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Menschen mit Behinderung sind genauso „normal“ „unnormal“ wie alle Anderen auch

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Was ist eigentlich normal? Wer definiert normal? Normal bedeutet der Norm entsprechend, vorschriftsmäßig funktionieren. Normalität wird ja meist von der jeweiligen Gesellschaft und Kultur vorgegeben – somit heißt dies aber auch das normal sein, je nach Gesellschaft/Kultur z.T. auch etwas anders definiert werden kann.

ABER im Grunde genommen ist niemand „normal“, denn jeder Mensch ist irgendwie individuell. Entspricht jemand jedoch nicht diesem klassischen gesellschaftlichen Bild ist er eben unnormal. UND das ist in vielen Bereichen des Lebens so – nicht nur bei Menschen mit Behinderung –

ABER was ist es denn jetzt genau, was die Menschen bei der Begegnung von Menschen mit Behinderung z.T. zurückschrecken lässt, starren lässt, der Situation aus dem Weg gehen lässt, unwohl fühlen lässt, sich peinlich berührt fühlen lässt, unwissend fühlen lässt, denjenigen ignorieren lässt???

WIESO SIND MENSCHEN MIT BEHINDERUNG NICHT „NORMAL“?

Wenn man überlegt bedeutet eine Behinderung ja „NUR“ dass demjenigen vielleicht ein Körperteil fehlt, ein Körperteil nicht mehr (richtig) funktioniert, Sinne fehlen, das Gehirn anders funktioniert, das Aussehen verändert ist u.v.m. – Mehr eben nicht –

Manchmal habe ich das Gefühl das Leute meinen, man käme von einem anderen Planeten. Die Fragen die andere Menschen mit Behinderung und auch ich oft gestellt bekommen, sind z.T. zum schmunzeln aber auch erschreckend. Denn was denken manche Menschen bloß von welchem Planet „wir“ stammen? Also anscheinend nicht vom Planeten Erde 😉

Wie viele Kulturen machen Dinge eben anders. Sie essen anders, kochen anders, reden anders, kleiden sich anders, denken anders, leben einfach anders und da sind es eben andere Lebensweisen. Denn viele Kulturen kennt man nicht und somit kann man sich eben meistens nicht vorstellen wie diese Menschen leben.

Ich wünschte das mehr Menschen über ihren eigenen Tellerrand schauen. Sie würden nicht direkt davon ausgehen, dass nur weil SIE es sich eben nicht vorstellen können, das dann auch nicht geht oder nicht sein kann.

Dabei sind wir direkt wieder beim „leidigen“ Thema Inklusion. Es fängt damit an, dass das Wort Behinderung meist versucht wird zu vermeiden weil es ja durch nicht behinderte Menschen eher negativ assoziiert wird.

Aber ein für mich sehr wichtiger Aspekt ist Folgender: Wenn (kleine) Kinder Menschen mit Behinderung sehen und sie anstarren. Viele Eltern / Erwachsene sind sofort peinlich berührt, es ist ihnen unangenehm, sie wissen nicht wie sie reagieren sollen etc. Somit wird das Kind meistens direkt ermahnt und gesagt dass es weggucken und nicht starren soll – und fertig -Keine weitere Erklärung! Was lernt das Kind daraus? Derjenige ist nicht normal und besser man schaut da dann eben nicht hin und ignoriert denjenigen oder die Situation. Oder es wird ganz kryptisch versucht zu erklären was mit demjenigen eben „nicht stimmt“.

Wie sollen (kleine) Kinder lernen, dass andere Kinder/Erwachsene mit Behinderung nicht unnormal sind – wenn ihnen die Erwachsenen dies aber durch ihr Verhalten oder die Aussagen vormachen?

Würden Kinder von klein an mit Kindern mit Behinderung, auf dem Spielplatz, und im Kindergarten spielen, mit ihnen lernen, ihnen spielerisch Behinderung erklärt werden, würden sich so einige Vorstellungen/Vorurteile auflösen.

Die meisten Kinder sind wenn sie noch ganz klein sind, offen und tolerant und kennen zunächst nichts böses. Die Intoleranz und das Mobbing etc. kommt meist erst durch das vorgelebte gesellschaftliche Bild.

Leider besteht immer noch bei vielen Eltern Gedanken und diverse Vorurteile. Wie z.B. das ihr Kind dadurch intellektuell, sozial etc., benachteiligt oder ihre Entwicklung eingeschränkt bzw. verlangsamt wird.

Das Lernen von Toleranz, Offenheit, Akzeptanz, Empathie, Sozialkompetenz, Lernen das Menschen eben verschieden sind, das jeder Mensch egal wie er aussieht oder was für körperliche/geistige Merkmale er hat ein toller liebenswerter ganz normaler Mensch ist – ist sicherlich kein Zeichen für eine negative Entwicklung. Im Gegenteil wird dies die meisten Kinder bereichern und offener der Welt und den Menschen gegenüber machen und das Kind wachsen und stärker werden lassen.

Also liebe Eltern – ihr könnt so viel dazu beitragen, dass eure Kinder Akzeptanz, Toleranz, Individualität und Offenheit lernen und Menschen mit Behinderung nicht als unnormal wahrnehmen. Wenn ihr euch unsicher seit, wie ihr genau eurem Kind verschiedenen Behinderungen kindgerecht erklären könnt informiert euch einfach. Es ist nicht schlimm unsicher zu seinAber das Ignorieren aus Unwissenheit ist schlimm!

(Auf meinem Blog wird es Ende diesen Jahres noch einen separaten Ratgeber zum Thema „wie erkläre ich Kindern am besten Behinderung und wie bringe ich ihm das „richtige“ Verhalten bei“)

Jedoch sind hier nicht nur Eltern/Erwachsene gefragt, denn der Umgang mit Behinderung oder Menschen mit Behinderung kann ebenso in Kindergarten und Schule erlernt und so einfach zu „Normalität“ werden.

Würden Kinder bereits im Kindergarten/Schule damit aufwachsen, würden sich so viele Dinge von alleine regeln, aber darauf einzugehen würde diesen Beitrag sprengen 😉

Einige Vorstellungen/Vorurteile im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderung, die bei immer noch sehr vielen Menschen so in den Köpfen sind:

  • Ein Mensch mit Behinderung macht trotz seiner Behinderung was aus seinem Leben
  • Menschen mit Behinderung haben bzw. können nicht arbeiten
  • Menschen mit Behinderung sitzen nur zu Hause rum
  • Menschen mit Behinderung haben kein Sexleben
  • Menschen mit Behinderung haben immer Partner die auch eine Behinderung haben
  • Menschen mit Behinderung können/sollten keine Kinder kriegen
  • Menschen mit Behinderung sind traurig und unglücklich
  • Ein Leben mit Behinderung ist nicht lebenswert
  • Menschen mit Behinderung können automatisch weniger wie ein nicht behinderter Mensch
  • Menschen mit Behinderung haben keine Arbeit, Hobbys und/oder Freunde
  • Menschen mit Behinderung sind automatisch dumm/dümmer

Nur weil man sich selbst vieles nicht vorstellen kann, kann das ein in ihren Augen behinderte Mensch aufgrund seiner „Defizite“ erst recht nicht.

Gerade in der heutigen Zeit gibt es so viele vor allem technische Möglichkeiten, um vieles ausgleichen zu können. Sein Leben in vielen Bereichen eben so gestalten zu können, wie man es möchte.

Ich bin sehr froh, dass durch social media immer mehr die Möglichkeit besteht, viele Menschen erreichen und somit aufklären zu können. Damit sich das Bild und die hartnäckigen (falschen) Vorstellungen über Menschen mit Behinderung mehr und mehr abbauen lässt.

Geht einem Mensch mit Behinderung nicht einfach aus dem Weg – auch wenn ihr unsicher seit.

Überlegt erst einmal ob eure Vorstellungen überhaupt zutreffen oder es eher Vorurteile sind und ihr Diese vielleicht überdenken solltet. Lernt über euren Tellerrand hinauszublicken und zu akzeptieren, dass nur weil IHR euch dieses oder jenes nicht vorstellen könnt, es nicht automatisch heisst das es nicht machbar ist.

Die meisten Menschen mit Behinderung beantworten gerne eure Fragen oder erklären wie das ein oder andere bei ihnen funktioniert. Immer mehr Menschen trauen sich mittlerweile eben auch in social media um aufzuklären und zu zeigen:

WIR SIND AUCH GANZ „NORMAL“„UNNORMAL“ UND MÖCHTEN GESEHEN WERDEN UND GEHÖREN GENAUSO ZU DIESER GESELLSCHAFT

!!!! Folgt ihnen, teilt ihre Beiträge, helft ihnen immer mehr Menschen aufzuklären und zu erreichen, um eben solche hartnäckige Vorurteile abzubauen !!!

Eure Gina

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Neue Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung ab 2021

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Menschen mit Behinderung benötigen in ihrem Alltag meist verschiedene Hilfen, wodurch oft hohe Kosten entstehen können. Diese kann man dann unter der Berücksichtigung der zumutbaren Eigenbelastung steuerlich geltend machen. Anstelle von Einzelnachweisen ist es aber auch möglich den Pauschbetrag zu nutzen.

In meinem Beitrag „welche Leistungen stehen Menschen mit Behinderung zu“, werden einige Leistungen wie z.B. Steuererleichterungen thematisiert. Den Link dazu findest du direkt nach diesem Beitrag.

Nun gibt es ab 2021 wesentlich höhere Pauschalbeträge, die Menschen mit Behinderung bei der Steuer anrechnen lassen können.

Die Pauschalbeträge wurden das erste Mal seit 1975 nun erhöht. Diese kann man entweder bei der monatlich Entgeltabrechnung als Freibetrag anteilig anrechnen lassen oder eben am Jahresende bei der Einkommensteuererklärung angeben.

Von der Bundesregierung wurde ein ganzes Paket an Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderung beschlossen.
  • Ab dem 01. Januar 2021 haben sich die Pauschalbeträge verdoppelt
  • Zudem wurde der GdB an das Sozialrecht angepasst
  • Somit gibt es nun bereits einen Pauschbetrag ab dem GdB von 20 (384 €)
  • Bisherige zusätzliche Nachweise bei einem GdB von unter 50 müssen nicht mehr erbracht werden
  • Menschen mit Behinderung welche zusätzlich als hilflos gelten und somit regelmäßig auf Hilfe angewiesen sind um ihre Existenz und ihren Alltag zu sichern/Meistern können ab 2021 einen extra hohen Pauschbetrag 7400 € beantragen (auch Blinde/Taubblinde)
  • Das Finanzamt gewährt diesen hohen Betrag nicht zusätzlich zu einem anderen Behinderten-Pauschbetrag
  • Behindertenbedingte Fahrtkosten wurde auch eine Pauschbetragsregelung eingeführt
  • Bisherige Einzelnachweise dieser Fahrten müssen nicht mehr erbracht werden
  • 900 € Pauschale erhalten nun Steuerpflichtige ab einem Gdb von 70 mit dem Merkzeichen G
  • Wenn ein Merkzeichen aG, BI, TBI, oder H vorhanden ist und die Fahrten im Zusammenhang mit der Behinderung stehen kann dies mit einer Pauschale von 4500 € abgesetzt werden (jedoch dann keine weitere Fahrtkosten)

Neue Pauschbeträge ab 2021 für Menschen mit Behinderung

Grad der Behinderung (GdB)Pauschbetrag in Euro
20384 €
30620 €
40860 €
501140 €
601440 e
701780 €
802120 €
902460 €
1002840 €
Merkzeichen H, BI, TBI,
Pflegegrad 4 oder 5
7400 €

Wie erhält man die neuen Pauschbeträge?

Die Beeinträchtigung/Behinderung muss grundsätzlich nachgewiesen werden durch eine zuständige Behörde oder eben dem Schwerbehindertenausweis. Die Pauschbeträge sind immer Jahresbeiträge. Auch wenn die Behinderung nicht das ganze Jahr vorgelegen hat, erhält man trotz dessen den gesamten Pauschbetrag. Wenn sich der GdB verändert, bekommt man sogar den Pauschbetrag für den höchsten GdB der festgestellt wurde.

Möchtest du aber jetzt bereits monatlich von der Erhöhung der Neunen Pauschbeträge profitieren und nicht erst nächstes Jahr wenn du deinen Steuererklärung für 2021 abgibst? Dafür gibt es einen „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung “ – hier lässt sich die Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ändern.

So wird der Pauschbetrag bei deiner monatlichen Entgeltabrechnung anteilig als Freibetrag berücksichtigt. Den Antrag stellst du bei deinem Wohnsitzfinanzamt. Falls du diesen Antrag vorher bereits hattest, musst du keinen neuen Antrag aufgrund der Erhöhung stellen. Die Finanzverwaltung arbeiten die neunen Beträge schnellstmöglich bei den ELStAM ein.

!!! Für die Steuererklärung 2020 gelten noch die bisherigen Pauschalbeträge für Menschen mit Behinderung !!!

Eure Gina

Quellen: https://www.steuerring.de/steuererklaerung-hilfe-news/news/neue-behinderten-pauschbetraege-ab-2021.html

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Chronische Schmerzen – wenn Schmerz das eigene Leben bestimmt

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Unter chronischen Schmerzen leiden laut Deutscher Schmerzgesellschaft e.V. in Deutschland 17 % der Bevölkerung . Geschätzt sind es mehr als 15 Mio. Menschen, welche an andauernden oder wiederkehrendem Schmerz leiden.

Was ist Schmerz ?

Schmerz ist für uns überlebenswichtig – trotz dessen dass er Leid bewirken kann.

Aus der körperlichen Sichtweise stellen Schmerzen eine lebenserhaltende biologische Reaktion auf schädigende Einwirkungen dar. Auch dann wenn es noch nicht zu einer Gewebeschädigung gekommen ist.

Laut der Weltschmerzorganisation (International Association for the Study of Pain – IASP) wird Schmerz als ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, welches mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung, beschrieben.

Mit „Sinneserlebnis“ sind die Qualität des Schmerzes wie brennend, bohrend, stechend, reißend und Stärke gemeint. Mit „Gefühlserlebnis“ meint die emotionalen Anteile des Schmerzes wie quälend, erschöpfend, mörderisch.

Unterschied zwischen akutem und chronische Schmerz

Akuter Schmerz tritt plötzlich auf und klingt meist von selbst wieder ab, sobald der entsprechende Auslöser geheilt oder beseitig ist. Schmerzen üben eine notwendige Warnfunktion aus, um Gewebeschäden zu vermeiden. Zudem informiert dieser darüber, wo Reizungen, Wunden oder Entzündungen entstanden sind.

Chronische Schmerzen bestehen länger als über die erwartete Heilungszeit. Sie dauern länger als drei Monate oder sie kehren immer wieder zurück. Somit gelten sie dann als chronisch. Sie müssen nichts mehr mit der eigentlichen Verletzung zu tun haben und können auch in ganz anderen Körperregionen auftreten.

Starke langanhaltende Schmerzreize können die weiterleitenden Nervenzellen im Rückenmark und/oder Gehirn für nachfolgende Schmerzreize sensibler machen. Gründe dafür können z.B. eine nicht (ausreichende) Schmerzbehandlung sein.Es kann somit zur Verfestigung und gesteigerter Schmerzempfindlichkeit kommen. Dieser Lernprozess wird z.B. als „Schmerzgedächtnis“ bezeichnet.

Es gibt verschiedene Arten von Schmerzen:

Rezeptorschmerzen (nozizeptive Schmerzen) sind klassische Schmerzen, welche nach einer Gewebeverletzung auftreten. Sie äußern sich dumpf, drückend, krampf- oder kolikartig. Sogenannte Schmerzrezeptoren werden im Gewebe, im Gelenk oder im Knochen gereizt und leiten diese Information als Schmerzsignal weiter.

Beispiele für Rezeptorschmerzen sind:

  • Rückenschmerzen
  • akute Verletzungen
  • postoperativer Schmerz
  • Knochenbrüche, Osteoporose
  • Sportverletzung
  • Haut- und Schleimhautverletzungen
  • Tumorschmerzen
  • Gelenkerkrankungen – Athrose/Rheuma
  • Eingeweideschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Entzündungen

Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) sind auf eine direkte Schädigung oder Fehlfunktion einer schmerzleitenden Nervenfaser zurückführen. Beispielsweise durch Verletzungen, Veränderungen des Rückenmarks, Erkrankungen oder Amputationen.

Der Nerv selbst löst den Schmerz aus. Die Schädigung im Nervensystem führt zu einer übermäßigen Erregbarkeit der Nervenzellen. Sie leiten somit ständig Schmerzimpulse an das Gehirn weiter und führen so zu chronischen Schmerzen.

Beispiele für Nervenschmerzen:

  • Rückenschmerzen mit Nerveneverletzungen
  • Phantomschmerzen
  • Post-Zoster-Neuralgie (chronische Schmerzen nach Gürtelrose)
  • HIV
  • diabetische Polyneuroathie

Zudem gibt es auch Mischformen wo Rezeptorschmerzen und Nervenschmerzen zusammen fallen.

(Soziale) Auswirkungen von chronischen Schmerzen auf das Leben und die Lebensqualität

Menschen mit chronischen Schmerzen ohne jegliche schmerzlindernde Therapiemaßnahmen geraten oft in einen Kreislauf von Angst, Hoffnungslosigkeit, Grübeln und Depressionen. Nicht nur der Schmerz an sich, sondern eher die Gedanken und Gefühle welcher er hervorruft, bereiten den meisten chronischen Schmerzpatienten große Probleme. Gedanken und Grübeleien können auch die Schmerzintensität beeinflussen.

Dies kann Auswirkungen auf das eigene tägliche Leben, die Sozialkontakte als auch die Lebensqualität nehmen.

Wer schmerzbedingt zum Beispiel:

  • nicht mehr gut und lange laufen oder sitzen kann,
  • nicht mehr richtig schlafen kann,
  • keinen Spaß mehr an Aktivitäten hat,
  • seinen Hobbys und Sport nachgehen kann,
  • seine Arbeit nicht mehr vernünftig ausführen kann,
  • oft gereizt ist und Freude an vielem verliert,
  • das Gefühl hat sich für seine Schmerzen dauernd rechtfertigen zu müssen,
  • das Gefühl beweisen zu müssen, dass man chronische Schmerzen hat,
  • Angst hat als Simulant zu gelten,

zieht sich dann oft zurück und isoliert sich von anderen Menschen. Das kann soweit gehen, dass das Haus nur noch verlassen wird, um zum Arzt oder allernötigste Besorgungen zu erledigen. Um so länger die Schmerzerkrankung anhält und Therapieerfolge ausbleiben, kann das zu psychischen Veränderungen oder psychischen Erkrankungen führen.

Eine chronische Schmerzerkrankung kann die gesamte Umwelt beeinflussen. Freunde und Familie können sich oft nicht in den Betroffenen und seine Schmerzen hineinversetzen und das kann u.a. zu Konflikten führen.Angehörige und Freunde haben schon meistens Verständnis, jedoch können sie nur bis zu einem gewissen Maße nachvollziehen wie es einem geht.

Mein tägliches Leben mit chronischen Schmerzen

Durch meine eigene Erkrankung und den Folgesymptomen lebe ich seit Jahrzehnten mit chronischen Schmerzen. Ich habe keine klassische chronische Erkrankung, sondern ich habe Schmerzen aufgrund meiner Grunderkrankung und dessen verschiedenen Folgen.

Mein Körper wurde durch viele Symptome in Mitleidenschaft gezogen.

Durch meine verkrümmte Wirbelsäule und HWS Syndrom habe ich oft starke Rückenschmerzen und Migräne. Durch regelmässige Medikamenteneinahme und Schmerzmittel, habe ich mit meinem Reizmagen oft Magen Schleimhaut Entzündungen mit starken Schmerzen. Mein Körper ist aufgrund dessen oft kraftlos und erschöpft.

Zudem habe ich seit 2018 einen gutartigen Tumor, welcher aber durch 2 Operationen zunächst entfernt werden konnte. Jedoch habe ich dadurch öfter Mittelohrentzündungen.

Die meisten und stärksten Schmerzen entstehen bei mir aber durch meine Augen bzw. die regelmäßigen Entzündungen und Infektionen. Aufgrund dessen, dass meine Augen keine Viren und Bakterien mehr abwehren konnten, entzündeten diese sich sehr regelmässig. Manchmal hatte ich auch ein paar Wochen „Ruhe“ und konnte durchatmen um wieder Kraft zu tanken.

Bevor ich mein linkes Auge im Sommer 2019 amputieren ließ, war mein tägliches Leben nur noch durch Schmerzen und Schmerzmittel bestimmt. Dies hatte massiven Einfluss auf meine Lebensqualität. Da sich mein linkes Auge trotz Operationen und Medikamenten immer mehr verschlechtertet. Ich war schon dankbar um einen halben Tag mit wenig(er) Schmerzen.

Gerade die letzten 5 Jahre wurde ich mehrmals im Jahr operiert und nach wochenlanger Genesung hoffte ich immer wieder, dass sich nun etwas verbessern würde. Ich versuchte trotzdem mich stets an Kleinigkeiten zu erfreuen und niemals meine Hoffnung zu verlieren.

Auch als ich 2016 eine weitere schwere Pilzinfektion bekam – diesmal auf dem rechten Auge- und dadurch fast mein komplettes Augenlicht verlor.

Ich kenne kein Leben ohne Schmerzen. Solange ich zwischen den Infektionen, immer noch ein wenig Zeit „zum wieder aufatmen“ und auftanken hatte, konnte ich dies immer alles ertragen und aushalten.

Jedoch war dies ab 2016 kaum mehr möglich, da die Pausen zwischen den Infektionen immer kürzer wurden. Aufgrund dessen entscheid ich mich 2019 das Auge amputieren zu lassen, um wieder etwas mehr Lebensqualität zurück zu bekommen. Der Weg war schmerzhaft und lang, aber ich bin sehr dankbar, dass ich heute etwa weniger Schmerzen habe.

Nun habe ich eine Glasprothese und bin auf dem rechten Auge gesetzlich gesehen blind. Mein rechtes Auge entzündet sich nun nur noch alle paar Monate – was für mich die Welt bedeutet.

Wie das soziale Leben unter chronischen Schmerzen „leidet“

Wenn man ständig Schmerzen hat und sich schlapp und kraftlos fühlt, ist es oft schwierig sich mit anderen Menschen zu treffen und fröhlich zu sein.

Bei mir war und ist es oft so gewesen, dass wenn ich mir etwas schönes vorgenommen oder mich auf etwas gefreut habe, meine Krankheit und Schmerzen dazwischen gekommen sind. Die Freunde und Familie haben meist Verständnis, aber sie können das nicht so nachvollziehen. Wenn man immer Schmerzen hat, möchte man oft nicht unter Leute und so zu tun als wäre „alles gut“. Wenn es mir nicht gut geht, bin ich ein Mensch der sich eher zurück zieht. Man fängt an sich zu isolieren und meidet sich mit anderen zu treffen.

Mein Leben wird nie schmerzfrei sein. ABER so lange man die Hoffnung niemals aufgibt und sich trotzdem an Dingen erfreut, sich Zeiten für Schönes und zur Entspannung und für sich selbst nimmt, kann man ein Leben mit chronischen Schmerzen leben.

Eure Gina

Wie ist es bei euch mit chronischen Schmerzen? Wie könnt ihr euch ablenken oder es euch strotz dessen schön machen?

Genutzte Quellen:

https://www.schmerzgesellschaft.de/topnavi/patienteninformationen/schmerz-1-1

https://www.schmerzmedizin.berlin/was-ist-chronischer-schmerz.html

Bildquelle:

https://www.shutterstock.com/de/image-photo/depressed-mature-woman-lying-bed-bottle-1504807865

Bildlizenz käuflich erworben-

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Menschen mit Behinderung – Do’s 👍🏻 & Don’ts 👎🏻 im Umgang, Verhalten & Kommunikation

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Wie spreche ich denn bloß Menschen mit Behinderung an? Was darf ich sagen? Darf ich „Auf Wiedersehen“ oder „wir sehen oder hören uns“ zu einer blinden oder gehörlosen Person sagen? Wie reagiere ich richtig bei Menschen mit Behinderung? Soll ich meine Hilfe anbieten oder lieber nicht?

Diese und andere Fragen höre ich selbst immer wieder in meinem Alltag oder lese sie in Beiträgen, Kommentaren oder Fragen auf Profilen oder in Posts.

Viele Menschen ohne Behinderung sind sich oft unsicher, wie sie Menschen mit Behinderung ansprechen oder wie sie allgemein reagieren sollen. Sie haben Angst mit gewissen Worten oder Taten zu diskriminieren und versuchen den Umgang oder Kontakt aus Unwissenheit eher zu meiden.

Was kann und darf man denn sagen und was sollte man wirklich lieber lassen?

Pauschal kann man natürlich diese Fragen nicht beantworten – denn jede Person muss das für sich selbst definieren. Dennoch gibt es einige Tipps für den Umgang, dem Verhalten und der Kommunikation.

Denn vor allem die Sprache macht bereits viel aus und wirkt auf Menschen. Jedoch ist eine Zurückhalten von Wörtern/Sätzen „wir sehen uns / wir hören uns “ eine Redewendung die fast jeder Mensch mal benutzt. Deshalb sollte man nicht erschrocken zusammenzucken wenn man zu einer sehbeeinträchtigten Person sagt „wir sehen uns“ oder zu einem Person im Rollstuhl „sollen wir dahin gehen“. Denn das macht es wesentlich unangenehmer sich z.B. dafür hochrot zu entschuldigen.

Bei vielen Aktivisten, Podcasts und Inkluencern geht es um solche wichtigen Fragen. Wie kann u.a. durch Sensibilisierung z.B. diskrimierungsfreie Sprache gestärkt werden.

Ich selbst habe in den letzten Wochen selbst das ein oder andere von tollen Profilen und Blogs gelernt – und auch (Fremd) Wörter die ich selbst kaum oder garnicht kannte bzw. mir über bestimmte Aussagen auch keine Gedanken gemacht.

Ich selbst habe aber jedoch schon immer gesagt, dass ich persönlich das Wort „Behinderung“ als kein schlimmes Wort oder Schimpfwort empfinde. Denn:

Behinderung ist (lediglich) ein Merkmal der Person und macht eben nicht den ganzen Menschen aus.

Für Behinderung gibt es mittlerweile unzählige Bezeichnungen wie Beeinträchtigungen, Einschränkungen, Handicap, besondere Bedürfnisse, besonderer Unterstützungsbedarf, anders begabt usw.

Jedoch muss dies jeder Mensch mit Behinderung für sich entscheiden und soll so angesprochen werden wie er das möchte bzw. wie er sich am wohlsten fühlt. Aber wenn du ihn mit seinem Namen oder als Mensch/Person ansprichst, bist du auf der sicheren Seite denn das ist „ seine Bezeichnung “ :-D. Aber frage die Person einfach was sie möchte. “

Hier zeige ich dir nun einige Do’s & Dont’s im Umgang & Verhalten sowie der Sprache – außerdem findest du eine Liste mit wichtigen Begriffen im Zusammenhang mit Behinderung / Beeinträchtigung.

Auf dem Bild sieht man eine Vektorgrafik als Symbole für Do's and Don'ts in grün und rot . Mit Daumen nach oben und unten.
Lizenz erworben bei Shutterstock

DON’TS

  • Du sprichst direkt die Begleitperson eines Menschen mit Behinderung an und fragst ihn etwas über die Person
  • Du siehts eine Person im Rollstuhl, welche über einen hohen Bordstein möchte. Du gehst hin und packst dir direkt den Rollstuhl, um demjenigen schnell helfen zu können. Ist doch nett von dir.
  • Auf der Straße siehst du z.B. eine Person im Rollstuhl, mit einem Blindenstock oder eine Mutter mit Kind mit Behinderung & sagst deiner Meinung nach „emphatisch“: „Oh, das tut mir aber sehr Leid für sie – sie Arme/r. Was ist ihnen denn bloß passiert oder was haben sie denn für eine Behinderung / Erkrankung ?
  • Im Park triffst du z.B. eine Bekannte im Rollstuhl und meinst zu ihr „Oh ich finde das so super, dass du trotz deiner Behinderung so mobil bist und viel in deiner Freizeit unternimmst – echt klasse. “
  • In einem Café siehst du einen Menschen mit Behinderung und er tut dir entweder Leid oder du bist du solchen Situationen überfordert und starrst die Person regelrecht an
  • Aussagen oder Denkweisen wie zum Beispiel Menschen im Rollstuhl können das nicht…. Gehörlose/ blinde Menschen können dies nicht…Menschen mit Behinderung leiden sicherlich total unter ihrer Behinderung oder Erkrankung
  • Du kennst Menschen mit Behinderung oder hast jemandem in deinem Bekanntenkreis und denkst das du somit über alle Menschen mit Behinderung „Bescheid weist und mitreden kannst “
  • Du möchtest einer blinden Person deine Hilfe anbieten und sprichst sie sehr laut und sehr langsam an „HALLO….Kaaannn ich Iiihnen helfen ? Wo wollennn sie denn hin?

DO’S

  • Frage oder spreche die Person mit Behinderung bitte immer selber an – die Begleitperson hat die Nebenrolle.
  • Bitte frage denjenigen immer zuerst ob er Hilfe benötigt und warte auf die Antwort – BEVOR du aktiv handelst. UND Sei bitte nicht „beleidigt“ falls deine Hilfe eben nett ausgeschlagen wird.
  • Es ist für niemanden toll wenn sie auf der Straße von fremden Menschen – ohne weiteres Wissen angesprochen und bemitleidet und „ausgequetscht“ zu werden. Zum anderen ist es nicht angebracht solche Fragen zu stellen ohne das sie die Person kennen oder sich dies durch ein Gespräch ergeben hat. Das findet niemand schön.
  • Solche Bemerkungen sind eher unpassend, denn die Behinderung ist lediglich ein Merkmal von vielen der Person. Reduziere denjenigen nicht „nur“ auf seine Behinderung.
  • Anstarren ist keine gute Umgangsform, denn KEIN Mensch wird gerne angestarrt. Bitte versuche das zu unterlassen. Auch blinde Menschen spüren Blicke.
  • Solche Aussagen / Denkweisen sind zum einen pauschalisierend und unpassend. denn jeder Mensch geht unterschiedlich mit seiner Behinderung um und zum anderen solltest du versuchen dein Schubladendenken zu „überdenken“
  • Hier gilt dasselbe – nur weil du jemandem mit einer Behinderung kennst weisst du nicht automatisch Bescheid wie sich Menschen mit Behinderung fühlen, was sie brauchen oder wollen
  • Die meisten Menschen mit Sehbeeinträchtigung sind (gewöhnlich) nicht begriffsstutzig oder gleichzeitig gehörlos – spreche mit Menschen mit Behinderung wie du auch sonst mit anderen sprichst

Dies sind nur einige Do’s and Don’ts, Tipps sowie Empfehlungen und sie können sicherlich nicht pauschalisiert und eins zu eins bei jedem Menschen mit Behinderung so „angewendet“ werden.

Reflektiere dich selbst ein wenig und überlege, wie du schon mal auf jemanden mit Behinderung zugegangen bist oder zugehen würdest? Oder worin du dir unsicher bist.

Das Wichtigste ist –

BITTE HAB KEINE ANGST NACHZUFRAGEN, WENN DU DIR UNSICHER BIST

– Begriffe der Kommunikation –

Mensch mit „besonderen Bedürfnissen“ oder „besonderen Fähigkeiten“

Vielen befürchten, dass sie allein mit der Wort „Behinderung “ „behindert “ beleidigen oder auch stigmatisieren. Aufgrund dessen wurden viele „Beschönigungen“ als Alternative ins Leben gerufen.- Zum Beispiel: „andersfähig“- „besondere Bedürfnisse“ – „besondere Fähigkeiten“ . Zum einen trifft dies nicht zu denn die Fähigkeiten und Bedürfnisse behinderter Menschen sind genauso „nicht besonders“ oder nicht„ besonders“ und vielfältig Wiedes bei Menschen ohne Behinderung der Fall ist. Zum anderen benutzen eigentlich sehr wenige Menschen mit Behinderung selbst solche Ausdrücke.

Behinderter Mensch – Mensch mit Behinderung

Aufgrund dessen das „behindert“ als Schimpfwort benutzt wird, sind die Worte „Behinderung“ /„behindert“ in Verruf geraten. Dies geschah aber zu unrecht , denn Behinderung ist eine neutrale Beschreibung eines Merkmals

Die Gesunden/ Die Kranken – Menschen mit Behinderung sind krank / haben eine Erkrankung

Die Gesundheit / Gesund sein ist ein konstruierte Vorstellung genau wie das „normal sein“ / „die Normalität “ – jeder Mensch hat seinen eigenen subjektiven Blick darauf. Krank sein / eine Krankheit heißt für die meisten Menschen nun mal von einem Leiden befallen zu sein, von welchem sie geheilt werden müssen. Behinderung ist jedoch hingegen i.d.R. etwas Dauerhaftes, welches nicht einfach weggeht – aber auch kein ständiges Leiden verursacht oder eben geheilt werden muss. Ein Behinderter Menschen kann auch mal krank sein und z.B. mit einem Schnupfen im Bett liegen. Somit ist das Gegenteil von „behindert“ eben „nicht behindert“ und eben nicht „normal“, „gesund“ etc.

Ableismus /Ableism / Behindertenfeindlichkeit

Auf deutsch Behindertenfeindlichkeit, dies benennt die Diskriminierung gegenüber Menschen mit einer Behinderung. Ableismus geht von einem körperlichen Standard des Menschen aus, welchen eine behinderte Person nicht leisten kann – der behinderte Menschen ist demzufolge „minderwertig“. Auf der sozialen Ebene kennzeichnet dies, dass Menschen mit Behinderung als ausgeschlossen und unsichtbar gelten.

Beeinträchtigung / beeinträchtigt

Hier ist es etwas schwieriger. Seit einigen Jahren haben sich neue Begriffe etabliert wie eben „Menschen mit Beeinträchtigungen“ „beeinträchtigte Menschen“. – Ich selber sage dies auch ab und zu –

ABER kann man dies jetzt als das neue „behindert“ anwenden. Ja und Nein. Wenn du dir die Bedeutung des Wortes Beeinträchtigung mal kurz durch den Kopf gehen lässt.

Disability Studies unterscheiden bei Behinderung und Beeinträchtigung. Die „Beeinträchtigung“ ist die körperliche Seite der Behinderung. Somit das fehlende Bein / Gehör / der fehlende Arm, die fehlende Sehkraft, die chronische Erkrankung usw. Aber bei „Behinderung“ kommt auch die soziale Komponente hinzu – denn Barrieren Behinderung und schließen aus UND das macht die Beeinträchtigung ja erst zu einem Problem.

„Der Rollstuhl“

Behinderte Menschen werden leider oft mit ihren Hilfsmitteln gleichgesetzt. Zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter der öffentlichen Verkehrsmittel meint „Hier steigt noch ein Rollstuhl ein oder möchte der Rollstuhl aussteigen.“ Der Mensch wird dann somit nebensächlich, unwichtig und nicht nur auf seine Behinderung sondern auch noch auf sein Hilfsmittel reduziert.

„Taubstumm“

Menschen welche gehörlos sind, sind nicht automatisch „stumm“ oder „taubstumm“. Denn sie können genauso wie Hörenden sprechen und kommunizieren – entweder in der Gebärdensprache oder lautsprachlich. „Gehörlosigkeit“ oder „Gehörlos“ sein sind neutrale Begriffe. Menschen deren Hörvermögen eingeschränkt ist bevorzugen „schwerhörig“ oder „hörbeeinträchtigt“ oder auch „hörbehindert“.

Es gibt jedoch auch einige die sich an dem Begriff Gehörlosigkeit stören, da er suboptimal wirkt. Sie nenne sich weiter „taub“ – da sie damit zeigen wollen dass da „taub sein“ eine ihrer vielen Eigenschaften ist.

„Die Normalen“

Sicherlich gibt es wesentlich mehr Menschen, die gut sehen/hören, laufen können, als wehe die es nicht so gut oder gar nicht können. Jedoch was genau ist denn „Normal“ oder die „Normalität“. Wo fängt sie an und wo hört sie dann auf. Die Kategorien normal und unnormal sind nicht wirklich zu gebrauchen.

Barrierefreiheit

Was bedeutet denn jetzt wirklich Barrierefreiheit. Viele denken vielleicht direkt an bauliches wie Fahrstühle, Rampen, breitere Türen oder auch Leitstreifen und piepsende Ampeln für Sehbeeinträchtigte.

Aber was verbirgt sich genau hinter diesem Begriff. Er teilt auf die Schaffung von Zugängen ab. D.h. Menschen Solen weder aufgrund der gesprochenen oder geschriebenen Sprache och aufgrund technischer oder baulicher Vorrichtungen ausgeschlossen werden.

Wenn man sich nicht mit dem Thema beschäftigt geht man oft davon aus, dass wenn bauliche Bedingungen „stimmen“ es ja alles barrierefrei ist. ABER es geht um so viel mehr. Zum Beispiel steht man an der Bank an und versteht nicht was der Bankangestellte spricht, man sieht nicht dass als er „Bitte schön“ sagt, einen selbst meint. Somit wäre man theoretisch immer auf eine Begleitung/Assistenz angewiesen. Das sind auch wichtige Barrieren.

Da dies hier jetzt zuweht führt werde ich speziell auf das Thema Barrierefreie in einem weiteren Beitrag eingehen – denn gäbe es keine Barrieren – gäbe es auch keine Behinderung.

Sicherlich ist dies nur ein Einstieg in diese gesamte Thematik und das heisst auch nicht, dass man sich erst 5-mal überlegen sollte, wenn man mit einer Person mit Behinderung spricht und was man sagt. Und es ist auch nicht schlimm, mal was falsches zu sagen und Fehler zu machen. Ich drücke mich auch nicht immer richtig aus – und würde es auch niemandem vorwerfen, sondern höchstens darüber aufklären.

Eure Gina

Genutzte Quellen:

https://inklusion.bundesakademie-trossingen.de/inklusion-eine-einfuehrung/10-begriffe-zum-thema-inklusion.html

https://dieneuenorm.de/podcast/sprache-behinderung/

https://www.trotz-dem.at/inklusion-leben/

https://leidmedien.de/begriffe/

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Depressionen – eine Erkrankung mit vielen Gesichtern

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Depressionen bedeuten mehr
als „nur traurig sein“

1. Einführung – was genau sind Depressionen?

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und betreffend ihrer Schwere, die am meist unterschätzte Erkrankung. Depressive Erkrankungen werden den affektiven Störungen zugeordnet. Man findet sie im ICD-10 (F30-F39). Unter den Affektiven Erkrankungen versteht man ein Sammelbegriff diverser Formen depressiver und sogenannter manisch bzw. manisch-depressiver Erkrankungen.

Laut einer Studie sind 2015 in Deutschland ca. 11,3 % Frauen und 5,1 % Männer an Depressionen erkrankt. Eine weitere durchgeführte Studie (2015) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigt auf, dass weltweit rund 322 Menschen betroffen sind. Dies macht 4,4% der Weltbevölkerung aus.

Je nach Ausprägung sowie nach Anzahl der Symptome kann zwischen einer leichten, mittelgradigen oder schweren Depression unterschieden werden. Die Diagnose Depression wird gestellt wenn, über 2 Wochen oder auch länger mind. zwei der drei Hauptsymptome und zusätzlich mind. zwei der Nebensymptome vorliegen.

Hauptsymptome

Verlust von Interesse und Freude

Menschen mit Depressionen verlieren das Interesse an Dingen und Aktivitäten, welche für sie früher bedeutsam waren. Somit machen z.B. Hobbys, Freizeitaktivitäten, der Beruf, Unternehmungen mit Freuden und Familie keine Freude mehr.

Gedrückte Stimmung

Depressionen gehen oft mit einer niedergeschlagenen und gedrückten Stimmung einher. Einige Betroffene berichten von einer inneren Leere, als auch der Unfähigkeit eigene Gefühle wahrzunehmen – sie fühlen sich wie versteinert.

Mangel des Antriebs bzw. erhöhte Ermüdbarkeit

Bei einer Depression ist der Antrieb oft gestört – Betroffene können Sie nur schwer „aufraffen“. Selbst das Erledigen von Alltäglichem wie Einkaufen, Arbeiten, Aufräumen usw. kann den Betroffenen große Überwindungen kosten und ihn schnell zur Ermüdung führen oder auch eben nicht erledigt werden. Diese eingeschränkte Aktivität kann sich auch im Gesichtsausdruck und der Körperhaltung ausdrücken. Das Gesicht erscheint versteinert, Bewegungen wirken kraftlos und das Entscheidungen treffen fällt ebenfalls schwer. Wofür auch immer sich der Betroffenen entscheidet, er hat das Gefühl, das es falsch ist.

Nebensymptome

Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
Die Umwelt erreicht die Betroffenen bei einer Depression nicht mehr richtig. Aus diesem Grund können sie sich oft nicht erinnern, was vor kurzem passiert ist und sie machen sich dann Sorgen z.B. an einer Alzheimer-Demenz erlangt zu sein.
Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen

Bei einer Depression sind fast immer das Selbstwertgefühl sowie Selbstvertrauen beeinträchtigt. Dies äußert sich beispielsweise in einem permanenten „Herumnörgeln“ an sich selbst.

Schlafstörungen
Ein typisches Symptom sind auch Schlafstörungen. Vor allem Einschlafstörungen und ein frühes Erwachen.
Suizidgedanken/-handlungen

Bei Depressionen besteht häufig der Wunsch, der als aussichtslos und ausweglos empfundenen Situation irgendwie zu entkommen – bis hin zu dem Gedanken sich etwas anzutun. 

Verminderter Appetit

Ein Symptom kann auch ein verminderter Appetit sein. Das Essen schmeckt nicht mehr, was zu massivem Gewichtsverlust führen kann. 

Meistens spielen bei Depressionen mehrere Ursachen eine Rolle bzw. es bestehen mehrere Auslöser. Das bedeutet, dass sich eine depressive Erkrankung aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren/Einflüsse entwickelt. Es gibt hierbei Faktoren für eine erhöhte Anfälligkeit. 

Im Bereich der neurobiologischer Aspekte – stehen z.B. eine genetische Veranlagung und als Auslöser können hierbei z.B. Veränderungen auf der Stresshormonachse sein. Im Bereich der psychosozialen Aspekten können hier z.B. frühe traumatische Erlebnisse ein Aspekt und als Auslöser z,B. Verlusterlebnisse, chronische Überlastungen sein. Diese beiden Bereiche schließen sich gegenseitig nicht aus, sondern ergänzen sich vielmehr. 

So dass meistens beiden Seiten, also körperliche (neurobiologische) und psychosoziale Ursachen im „Diagnoseprozess“ gesucht werden.

2. Erfahrungsberichte vier betroffener Frauen

Berichte von Erfahrungen Betroffener sind sicherlich subjektive Eindrücke der eigenen erlebten Erkrankung. Jeder Mensch mit Depressionen hat seine eigene Geschichte und Ursache bzw. Auslöser der Krankheit. 

Erfahrungsberichte können aber anderen Betroffenen zum einen zeigen, dass sie nicht alleine mit ihrer Erkrankung sind und zum anderen sich in der ein oder anderen Schilderung selbst wiederfinden, um somit Mut oder Hoffnung daraus ziehen zu können. 

Hier möchte ich euch vier betroffene Frauen vorstellen, welche sich bereit erklärt haben einige Fragen zum Thema Depressionen und der daraus resultierten Beeinträchtigungen im alltäglichen Leben zu beantworten. 

Sie hatten mehrere Möglichkeiten die Interviewfragen zu beantworten – schriftlich, mündlich per Telefon oder Sprachnachricht und per Zoom. 

Da je nach Symptomatik und Nebenerkrankungen es nicht jedem Betroffenen möglich ist z.B. sich frei sprachlich zu äussern, sie sich nicht trauen frei vor einem anderen Menschen zu sprechen oder aufgrund anderer Beeinträchtigungen schriftlich auf Fragen zu antworten.  

Es werden hier lediglich der Vorname und das Alter der Betroffenen  oder ein Pseudonym genannt, wenn jemand befürchtet, dass sie wiedererkannt werden könnte. 

Hier möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei den Frauen bedanken, dass sie so offen und ehrlich auf die Fragen geantwortet haben. Uns an einem Teil ihres Lebens bzw. ihrer Erkrankung teilhaben lassen, um so z.B. anderen Betroffenen Mut zu machen. Aber auch um aufzuzeigen, dass dies eine ernsthafte Erkrankung darstellt, welche immer noch oft mit massiven Stigmatisierungen und Vorurteilen behaftet ist. 

Zudem haben sie mir beantwortet, was sie sich von der Gesellschaft und der Politik für sich und alle Betroffenen dieser Krankheit in Zukunft wünschen. 

Anna, 30 Jahre

Anna ist 30 Jahre alt und hat einen Hund. Sie studiert Angewandte Psychologie und aufgrund ihrer psychischen Erkrankung und dessen Beeinträchtigungen geht sie nicht neben ihrem Studium zusätzlich noch arbeiten. 

Anna, wie hat bei Dir die Depression begonnen?

Die depressive Erkrankung hat sich bei mir schleichend ausgebildet. 

Als Auslöser waren unter anderem meine Kindheit. Denn ich bin in schwierigen familiären Verhältnissen aufgewachsen. Zudem wurde bei mir mit 15 Jahren eine Angsterkrankung diagnostiziert. Daraus resultierende Misserfolge, sowie negative Erfahrungen welche ich gemacht habe, trugen immens dazu bei. 

Es fing damit an, dass ich mein Leben nicht mehr bewältigen konnte und sehr eingeschränkt aufgrund meiner Angsterkrankung war. Außerdem war ich nicht mehr in der Lage regelmäßig in die Schule zu gehen, weshalb ich auch gemobbt wurde. 

Problematisch war zudem, dass ich keine familiäre Unterstützung oder familiären Halt hatte. Somit hatte ich auch keinen Ansprechpartner und so hat sich niemand mit meinen Problemen und der Erkrankung auseinander gesetzt. 

Diese massive Überforderung als Fünfzehnjährige und die Instabilität meiner Kindheit hat dann dazu geführt, dass sich diese Depression langsam uns stetig entwickelt hat. 

Wie ist der Verlauf Deiner Depression und welche Symptome machen sich bei Dir bemerkbar?

Meine Depression verläuft bei mir konstant und somit täglich, aber mit zyklischer Wiederkehr von massiven Schüben. 

Bei mir äussern sich Symptome wie Grübeln, Minderwertigkeitskomplexe, Antriebslosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Schlafprobleme wie Einschlaf- und Durchschlafprobleme oder auch Alpträume. 

In diesen zyklischen wiederkehrenden Schüben habe ich die oben genannten täglichen Symptome ganz extrem. Dazu kommen dann noch Gefühllosigkeit und somit eine innere Leere. Ich kann das nur so erklären, dass man sich wie in einem Vakuum fühlt. Es dringt nichts mehr zu einem durch und man selber auch nichts mehr fühlt – bis hin zu Suizidgedanken. 

Wenn ich diese schweren Schübe und auch Suizidgedanken verspüre, hilft mir dann diese „Vernunft“, die ich dann trotzdem noch in mir habe, so dass ich für mich keine wirkliche Gefahr darstelle. 

Mein Hund sowie die Leute denen ich was bedeute, geben mir den dann nötigen Halt, welchen ich dann brauche und sie eben nicht im Stich lassen möchte. 

Zudem ist es bei solchen Schüben so, dass alles was ich dann mache/machen muss, mich sehr viel Energie kostet. Man kann sich das vorstellen, dass man einen „Bleimantel“ anhat, denn man mit sich „rumschleppen“ muss. Dies kann auch dazu führen, dass ich dann wirklich im Bett rumliege und selbst einfachste Gänge wie Essen kochen, Briefe aus dem Briefkasten holen, duschen gehen etc. für mich dann nicht mehr möglich sind.

Befindest du Dich zur Zeit in Therapie und was kann dir helfen?

Ich war in stationärer Behandlung und habe bereits in der Vergangenheit verschiedene Therapien gemacht.

Momentan bin ich ebenfalls in einer Tiefenpsychologischen Psychotherapie und zudem medikamentös eingestellt. 

Mir hilft, dass ich sehr darauf achte wen ich in mein Umfeld lasse und ob mir die Personen gut tun oder sich langfristig nur negativ auf mich auswirken. 

Das unterstützt mich bei meiner Stabilität und Erkrankung. Außerdem hilft mir, wenn ich auf meine Ernährung achte. Denn ich merke wenn ich mich schlechter bzw. ungesund ernähre wie z.B. zu viel Zucker, dass meine Depression dann schlimmer wird. 

Ausser der Therapie und meiner Medikamente, welche mir eine gewisse Grundstabilität geben, hilft mir auch viel draussen in der Natur spazieren zu gehen. 

Wie wirkt sich Deine Depression auf deine Freizeit und dein Sozialleben aus?

ich habe Hobbys denen ich nachgehe wie Gartenarbeit, Musik machen und meinen Hund. 

Meine Erkrankung hat sich massiv auf mein Sozialleben ausgewirkt. Denn da ich sehr antriebslos und introvertiert bin, hat dies negative Auswirkungen auf Soziale Kontakte. So sind langfristige Freundschaften bei mir zum Teil schwer aufrecht zu erhalten. 

Was würdest Du Angehörigen raten?

Ich rate Angehörigen, Freunden und Bekannten, dass sie sich informieren sollen was eine Depression ist und wie sie sich für Betroffene im Leben auswirkt und was sie bedeutet. Außerdem sich zu informieren, wo die Möglichkeiten liegen Hilfestellungen zu leisten, aber auch wo dann die Grenzen liegen. 

In Selbsthilfegruppen für Angehörige kann man sich auch mit anderen Angehörigen Betroffener austauschen  und gegenseitig unterstützen. 

Was würdest Du anderen Betroffenen raten?

Ich rate ihnen sich frühzeitig Hilfe und Unterstützung zu holen. Die eigene Befindlichkeit und Wohlergehen ernst zu nehmen. 

Wenn man bei sich Anzeichen merkt, ist der erste Ansprechpartner der eigenen Hausarzt. Wenn man eine Psychotherapie anstrebt sollte man, sich mit dem Therapeuten/der Therapeutin und der therapeutischen Methode wohlfühlen. 

Die eigene Krankenkasse kann dahingehend einen auch informieren, was in Frage kommt, wie viel Sitzungen und Kosten übernommen werden. 

Merkt man nach einigen Sitzungen, dass man mit der Therapeutin/dem Therapeuten nicht zurecht kommt oder sich immer noch unwohl fühlt, sollte man dies ansprechen und gegebenenfalls wechseln. 

Wie sehen Deine Wünsche an die Gesellschaft und die Politik in Bezug auf Depressionen aus?

Depressionen als auch allgemein psychische Erkrankungen mehr Aufmerksamkeit bekommt, sowie mehr Aufklärung betrieben wird. 

Ich fände es auch wichtig, dass bereits früh mit präventiven Maßnahmen z.B. in Kindergarten und Schule entgegengewirkt wird. Das Kinder in schwierigen familiären Verhältnissen, einen Ort haben wo sie gesunde Bewältigungsstrategien erlernen und resistenter werden können um so Stabilität ausbauen zu können. 

Das Kinder altersgerecht lernen, dass ihre körperliche aber auch psychische Gesundheit wichtig ist und dies dann entsprechend diese Verhaltensweisen mit ins Erwachsene nehmen können. 

Janine, 42 Jahre

Janine ist 42 Jahre alt und hat eine zehn Jahre alte Tochter. Sie lebt in einer Beziehung mit ihrem Partner, welcher ebenfalls an Depressionen leidet. 

Sie ist gelernte Krankenschwester, aber mittlerweile arbeitsunfähig und seit Dezember 2020 als nicht mehr geeignet für Ihren Beruf aus der Reha entlassen. Mit der Deutschen Rentenversicherung wird nach einer neuen Richtung für eine Umschulung geschaut. Seit Ende 2018 absolviert sie ein Fernstudium. 

Janine, wie hat Deine Depression begonnen?

Seit 2006 befinde ich mich aufgrund von Depressionen als auch einer sozialen Phobie in Behandlung. Jedoch denke ich, dass ich bereits länger unbewusst mit der Erkrankung gekämpft habe. 

Ich war ein Scheidungskind und wurde von der neuen Frau meines Vaters nicht wirklich akzeptiert. Zudem war der neue Lebenspartner meiner Mutter Alkoholiker. 

Als ich 18 Jahre alt war habe ich meinen ersten Freund verloren, der an einem Gehirntumor verstorben ist. Zuvor habe ich ihn noch 2 Jahre gepflegt. 

Meine erste Panikattacke hatte ich 2004 bei einer MRT Untersuchung. Es folgten zukünftig immer schlimmerer Attacken, so dass ich Angst hatte sterben zu müssen. 

Ich begann diverse Ärzte aufzusuchen, ohne das physische Ursachen gefunden wurden. Bis mir einer der Ärzte riet eine Psychotherapeutin aufzusuchen. Ich war sehr erleichtert, da ich endlich eine Diagnose hatte womit man „arbeiten“ kann. 

Wie ist der Verlauf Deiner Depression und welche Symptome machen sich bei Dir bemerkbar?

Bei mir macht sich die Depression bemerkbar indem ich mich selbst vernachlässige und kein Interesse mehr hab etwas für mich zu tun z.B. mich zu duschen zu pflegen und mir überhaupt für mich und mein Äusseres Zeit zu nehmen. 

In meinen schlechtesten Zeiten habe ich mir z.B. ein halbes Jahr nicht mehr meine Haare gekämmt. Wenn ich rückblickend darüber nachdenke erschrecke ich mich bei diesen Gedanken. Jedoch nahm ich das damals überhaupt nicht wahr, denn es war mir komplett egal. Ich habe mich gefühlt, als wäre ich es nicht Wert mich zu pflegen und ich habe mich als unwichtig gefühlt. 

Mittlerweile habe ich gelernt diese Symptome früh genug wahrzunehmen und muss mich dazu zwingen mir etwas Gutes zu tun – auch wenn es sich in dem Moment eher falsch anfühlt. Ich weiß aber danach, dass ich mich dann ein kleines Stück besser fühle. 

Im Alltag selbst fühle ich mich oft überfordert, da ich mich selbst unter Druck setze, dadurch dass ich mir viel zu viel vornehme. Dann sitze ich trotzdem wie mit „bleigefüllt“ auf der Couch und kriege nichts geschafft – was mich dann im Umkehrschluss in meinen Augen wieder weniger liebenswert und mich als Person weniger Wert macht. 

Auch beruflich musste ich unbedingt immer funktionieren, bis dass ich in der ambulanten Pflege irgendwann bei einer Patientin kollabiert bin. Anschließend war ich 1 Jahr arbeitsunfähig.

Insgesamt bin ich viel labiler und schmerzempfindlicher geworden. Wenn ich meine Tochter und die Verantwortung für sie nicht gehabt hätte, dann wüsste ich nicht ob ich heute noch hier wäre. Zudem hilft mir in schlechten Phase, dass ich weiß das meine Freunde da sind. Hilfreich ist für mich ebenfalls mich zu bewegen und regelmässig Pausen zwischendurch zu machen – auch wenn ich dann nur 1 oder 2 Punkte meiner Liste abgearbeitet habe. 

Ich befinde mich in Psychotherapie und lerne auf meine Symptome zu achten, sowie mit meiner Erkrankung zu leben. Ich bin zurzeit medikamentös eingestellt und habe zudem zwei medizinische Rehabilitationen, als auch Mutter-Kind-Kuren hinter mir, welche mir viel gebracht haben. 

Wie wirkt sich Deine Depression auf deine Freizeit und dein Sozialleben aus?

Zu meinen Hobbys gehören lesen, meine Haustiere wie mein Hund und meine Katze, als auch Spazierengehen. 

Anfangs bin ich auf wenig Verständnis gestoßen, denn die Leute konnten meine Situation nicht nachempfinden.  Meine Familie hat mir ebenfalls wenig Verständnis entgegengebracht. 

Bei einigen Ärzten traf ich auch zum Teil auf Unverständnis. Ich habe mich lange geweigert Medikamente zu nehmen, irgendwann hatte ich aber das Gefühl das es nicht mehr ohne möglich ist. 

Zunächst wollte ich pflanzliche Präparate wie Johanneskraut einnehmen. Dies erhält man entweder in Eigenleistung oder auf Rezept als Kassenleistung. Jedoch wollte die Ärztin mir kein Rezept ausstellen, mit der Begründung damals, dass ich noch so jung wäre und ich doch wohl keine mittelgradige Depression in meiner Krankenakte stehen haben möchte. 

Was würdest du anderen Betroffenen raten?

Wenn jemand denkt, er wäre betroffen oder eben nur weiß “es stimmt mit mir etwas nicht”, sollte er sich auf jeden Fall Hilfe suchen. Zudem sind sie nicht alleine, denn es gibt sehr viele Anlaufstellen, welche eine Unterstützungbieten. 

Ich persönlich habe auch gute Erfahrungen mit dem Integrationsfachdient (IFD) als auch mit dem sozialpsychatrischen Dienst meiner Stadt gemacht. Natürlich hat man auch die gesellschaftlichen Vorurteile der Gesellschaft im Hinterkopf, wenn man solche Hilfen aufsucht. 

Jedoch sollte man sich nicht verstecken und seine Erkrankung verheimlichen, sondern offen mit sich und seiner Krankheit umgehen. 

Was wünschst du Dir von der Gesellschaft und der Politik?

Ich würde mir wünschen, dass Depressionen aber auch im Allgemeinen psychische Erkrankungen, weniger mit negativen Vorurteilen behaftet sind. 

Außerdem sollten Symptome und Krankheiten, welche nicht auf den ersten Blick sichtbar sind ernster genommen werden. Wenn man erst einmal oder überhaupt keine Medikamente nehmen möchte, sondern pflanzliche Präparate bevorzugt, sollte man von therapeutischer Seite nicht verurteilt werden. 

Politisch würde ich mir wünschen, dass es einen schnelleren Zugang zu Therapieplätzen gibt. Da es nicht selten der Fall ist, dass man ein halbes Jahr Wartezeit hat bis man einen Platz bekommt. 

Fazit

Ich habe jahrelang durch Erfahrungen und Ratschläge gelernt. Zudem gibt es nicht die „eine Behandlung“ und danach ist man wieder völlig gesund. Zudem habe ich selber durch meinen Partner erlebt, wie unterschiedlich Symptome von Männern und Frauen sein können. 

Ich kann nur empfehlen sich selbst Zeit zu geben. 

Mir und meiner Tochter hat z.B. das Buch „Mamas Monster“ geholfen, so dass meine Tochter verständlichergemacht werden konnte was mit mir los ist. 

Andrea, 43 Jahre

Andrea ist 43 Jahre alt, hat 2 Kinder, ist verheiratet aber lebt seit zwei Jahren getrennt von ihrem Mann. Sie arbeitet als examinierte Altenpflegerin. Sie wird jedoch höchstwahrscheinlich, aufgrund ihrer Erkrankung und weiteren Beeinträchtigungen, ihren Beruf nicht mehr in Vollzeit ausüben können. Sie studiert an einer Fernuniversität Pflegemanagement neben ihrem Beruf. 

Andrea, wie hat bei Dir die Depression begonnen?

Bei mir hat dies bereits im Teenageralter angefangen. Jedoch konnte es von mir selbst mehr oder weniger gut „in Schach“ gehalten werden. 

Tatsächlich habe ich mir vor 2 Jahren erstmals Hilfe gesucht, nachdem ich eigenständig nicht mehr aus „dem Loch“ kam. 

Mein Neurologe diagnostizierte mir eine mittelgradige Major Depression, welche sich leider diesmal komplett über zwei Jahre streckt und zurzeit ein doch bedenkliches Ausmaß annimmt. 

Der Auslöser war vor 2 Jahren das Scheitern meiner Ehe durch eine andere Frau und einer unschönen Trennung. 

Welche Symptome machen sich bei Dir bemerkbar?

Bei mir ist es so, dass ich unter dem gesamten Spektrum aller möglichen Symptome einer Depression leide.

Zusätzlich habe mittlerweile meinen dritten Bandscheibenvorfall. Das Ganze beeinträchtigt mich zusammen mit meinem anderen körperlichen Symptomen massiv. 

Ich habe das Gefühl mich eigentlich eher „nur noch im Funktionsmodus“ zu befinden. 

Bist Du zur Zeit in Therapie?

Ja, ich bin seit zwei Jahren in Psychotherapie und war letztes Jahr auch einige Wochen aufgrund dessen in einer Klinik. 

Wie gestaltet sich Deine Freizeit sowie dein Sozialleben mit deiner Erkrankung?

Ich höre gerne Musik  und versuche meine Feinmotorik mit häkeln zu fördern. 

Meine Familie kommt leider nicht so gut damit zurecht – es wird lieber totgeschwiegen. Ich schätze dass sie sich hilflos fühlen und vielleicht auch Angst haben. 

Meine Freunde haben alle sehr gut reagiert, waren äusserst verständnisvoll und haben fast einstimmig gemeint, dass sie nach der ganzen Belastung „eigentlich nur darauf gewartet haben“, dass meine Fassade bricht. 

Was würdest Du anderen Betroffenen raten? 

Ich würde ihnen raten sich Hilfe und Unterstützung zu suchen und sich gegebenfalls an einen Arzt su wenden. 

Ich kann aber auch verstehen, wenn das jemand nicht möchte. 

Was würdest Du Dir von der Gesellschaft und auch von der Politik wünschen?

Ich würde mir mehr Verständnis wünschen. Das Problem ist, dass sich zu viele Menschen nicht trauen „laut“ zuzugeben, dass sie von einer Depression betroffen sind. 

Depressionen sind immer noch mit Stigmatisierungen behaftet und umgeben von unpassenden Ratschlägen oder Sprüchen. Vielen Menschen ist nämlich gar nicht bewusst, was sie mir ihren unüberlegten Kommentaren anrichten können. 

Von der Politik würde ich mir wünschen, dass sie depressive Erkrankungen ernst(er) nehmen und sich mehr dafür einzusetzen, Aufklärungen zu leisten und somit Veränderungen und ein Umdenken anzuschieben. 

Kora (Pseudonym), 33 Jahre

Sie ist 33 Jahre und lebt in einer festen Beziehung. Sie möchte in diesem Bericht lieber anonym bleiben, deshalb hat sie hier das Pseudonym Kora.

Sie ist zu 80 Prozent berufstätig und studiert neben dem Beruf. 

Wie hat deine Depression begonnen, wie ist diese verlaufen und bist du in therapeutischer Behandlung?

Ich habe eine Depression und Morbus Crohn. Es ist nicht bekannt, welche Erkrankung ich zuerst hatte. Jedoch wurde das Morbus Crohn erst mit 17 Jahren diagnostiziert und die Depressionen bereits mit 15 Jahren.

Zu dieser Zeit litt ich unter Magersucht und befand mich 3 Monate in einer Spezial-Klinik in welcher ich auch therapeutisch behandelt wurde. Nachdem ich dann wieder zu Hause war, kämpfte ich als 16-jährige mit einer Bulimie und musste dann auch Anti-Depressiva nehmen. 

Es ist sehr schwer nachzuvollziehen, ob der Morbus Crohn nicht schon „früher da war“ und so stellt sich die Frage ob dieser evtl. mehr mit meiner Depression zu tun hat durch z.B. Serotonin Produktion. 

Ich bin mit Unterbrechungen in etwa insgesamt 4 bis 5 Jahre in therapeutischer Behandlung und nehme auch heute noch weiterhin Anti-Depressiva. Ich möchte jedoch dieses Jahr versuchen damit aufzuhören. 

Wie wirkt sich Deine Depression auf dein Soziallelben aus?

Mit meiner Morbus Crohn Erkrankung gehe ich sehr offen um und mein gesamtes Umfeld weiß hierüber Bescheid. Ich erhalte viel Unterstützung durch meine Familie, Freunde und auch Arbeitskollegen. Von meiner depressiven Erkrankung wissen jedoch nur meine engsten Vertrauten. 

Denn leider ist es immer noch so, dass viele Menschen Vorurteile haben und auch einfach zu wenig über die Krankheit Depressionen wissen. Ich möchte nicht, dass mich die Leute dann anders sehen – wenn sie davon erfahren würden. 

Was würdest Du Dir und für andere Erkrankte von der Gesellschaft und Politik wünschen?

Es wurde bisher schon im Bereich psychischer Erkrankungenviel getan. Jedoch gibt es meines Erachtens noch viel Potenzial nach oben.

Die Politik sollte hier massiv eingreifen, um die Aufklärung und den Support psychischer Erkrankungenvoranzubringen. Das Bild einer psychischen Klinik oder Psychotherapie muss sich gesellschaftlich definitiv noch etwas verändern und ein Umdenken stattfinden. 

So dass solche Erkrankungen ernster genommen werden und nicht durch „abwertende“Aussagen oder Symptome herunterspielen oder als unbedeutend hinstellen – dass jeder mal traurig oder deprimiert ist oder man mal raus in die Sonne gehen soll, dass es dann schon besser wird. 

Denn in unserer Leistungsgesellschaft scheint es immer noch verpönt zu sein, wenn man nicht immer 100 % Leistung erbringen kann. 

Dies macht es Erkrankten leider immer noch schwer zu sich und seiner Erkrankung zu stehen. 

3. Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten

Iim Falle einer Erkrankung oder des Verdachts einer Depression suche bitte ein Gespräch mit einem Arzt oder einem Psychotherapeuten.

Im Grundsatz ist vorerst dein Hausarzt der erste Ansprechpartner für eine Diagnose und die Behandlung von Depression. 

Jedoch überweist er dich bei Bedarf an Fachärzte in Kliniken oder Arztpraxen oder an einen Psychotherapeuten.  ********************** ACHTUNG ***********************

Bei einem NOTFALL – zum Beispiel konkreten Suizidgedanken – wende dich bitte an den nächsten NOTARZT unter 112 oder an eine nächstgelegene psychiatrische Klinik. 

Links zu Listen von Kliniken, Beratungsangeboten als auch Krisentelefonnummern, usw. findest du hier: 

Info-Telefon Depression:  https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/info-telefon

Klinikadressen:  https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/klinikadressen

Krisendienste und Beratungsstellenhttps://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/krisendienste-und-beratungsstellen

Überregionale Krisentelefone: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/krisentelefone

Links und Literatur: https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/wo-finde-ich-hilfe/links-und-literatur

Eure Gina 

Genutzte Quellen:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/depression.html

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe

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„Stay at Home“ – was können wir in Zeiten von Corona gegen die Vereinsamung tun?

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Der Corona Virus hält die Welt jetzt seit mehr als einem Jahr in Atem. Um die weitere Ausbreitung abzumildern bzw. zu stoppen, wurden viele Maßnahmen beschlossen. Läden, Restaurants, Kneipen, Diskotheken, Fitness- und Sonnenstudios als auch Schulen, Kitas und Universitäten müssen zum Teil komplett schließen. Die gesamte Veranstaltungs- und Kulturszene wurde lahmgelegt. Viele Menschen verlieren ihre Jobs und Studenten wissen nicht mehr, wie sie den Unterhalt während des Studiums bestreiten sollen. Reiseunternehmen fürchten die Pleite.

Das Leben wie wir es kannten veränderte sich innerhalb kürzester Zeit.

Man musste sich an so viel neues gewöhnen wie mit Masken einkaufen gehen, Abstand halten, Auswärtsessen nur noch eingeschränkt und jetzt nur noch To Go möglich.

Zunächst war der Kontakt zu anderen Mitmenschen lediglich eingeschränkt, aber seit einigen Monaten ist der Kontakt zu anderen auf ein absolutes Minimum reduziert. Viele haben wohl gehofft, dass sich diese Situation nicht so lange hinziehen würde, wie es nun der Fall ist.

Mittlerweile zerrt dieser Zustand, bei vielen Menschen massiv an den Nerven.

Nun muss so gut wie alles mit Maske verrichtet und nur noch das Allernötigste ausser Haus erledigt werden. Mindestens eineinhalb Meter Abstand halten wird zu einer der wichtigsten Regeln, wenn man mit anderen Menschen zusammen trifft. Freizeit- und Sportaktivitäten können kaum mehr ausgeführt werden. Vieles was uns bisher oft den alltäglichen Stress genommen hat, ist nun nicht mehr gestattet.

Einsamkeit war bereits vor Corona ein wichtiges und aktuelles Thema, wie ich bereits in einem anderen Beitrag geschrieben habe. (Den Link findest du unter diesem Artikel).

Sich mit verschiedenen Freunden zu treffen und gemeinsam die Freizeit zu verbringen, zusammen zu joggen oder zu walken ist nun nicht mehr drin. Spazieren gehen, mit einem befreundeten Pärchen oder anderen Hundebesitzern, ist lediglich noch mit einer anderen Person eines weiteren Haushalts möglich. Spieleabende, gemeinsames Kochen, DVD-Abende oder Grillnachmittage, geschweige denn gemeinsames Feiern oder in den Urlaub fahren, fehlen den meisten Menschen extrem.

„Stay At Home“ wird zum weltweiten Motto.

Die Zahlen der Menschen ohne oder mit sehr wenig menschlichen Kontakten, ist mittlerweile sehr groß. Vor allem Risikogruppen müssen sich gezwungenermaßen komplett abschotten und sind somit sozial gänzlich isoliert. Menschen in Pflegeheimen sehen ihre Angehörigen sehr selten oder gar nicht mehr und bleiben alleine. Die Einsamkeit und Verunsicherung der Bevölkerung nimmt seit Monaten stetig zu.

Die Kirchen mussten ihre Türen für Gläubige ebenfalls schließen, was für viele Menschen ein fester Halt in ihrem Leben darstellt. Jedoch haben sich einige auf diese Zeit eingestellt und z.B. auf Online-Gottesdienste umgestellt. Aber vielen ältere Menschen oder Personen ohne Zugang zum Internet, bleibt dies so trotzdem verwehrt.

Da bei vielen Menschen eine Art Stillstand des Alltags eingetreten ist, könnte angenommen werden, dass der alltägliche Stress somit massiv abnimmt. Jedoch sorgen in dieser Zeit z.B. diffuse Ängste, Verunsicherungen, fehlende Sozialkontakte und Freizeitgestaltung, Angst um die eigene Existenz, Altersarmut für massive Stressquellen.

Dies sorgt bei vielen Menschen für Einsamkeit, Ängste, Verunsicherungen und Depressionen.

Gegenwärtig durchgeführte Studien zeigen diese beängstigenden Veränderungen auf. Anrufe bei der Telefonseelsorge oder anderweitigen Telefonhotlines nehmen massiv zu. Risikogruppen und Kinder leiden sehr an dieser sozialen Isolation. Viele Familien fühlen sich mit der Zeit immer mehr überfordert, mit Home-Office, Homeschooling und der Familienbespaßung zu Hause.

Sicherlich hat sich in dieser langen Zeit auch einiges zum Positiven verändert, wie bspw. das sich das Home-Office immer mehr durchsetzt und so vielen Arbeitnehmern Möglichkeiten eröffnen. Familien konnten (zwangsweise) mehr Zeit miteinander verbringen. Soziale Kontakte, Urlaube, Freizeit- und Sportaktivitäten oder der Kontakt zur eigenen Familie werden mehr Wert geschätzt.

Wenn man etwas verliert, lernt man oft erst zu schätzen, wie viel Wert das eigene selbstbestimmte und soziale Leben sein kann.

Psychologen warnen nicht nur vor zunehmender Einsamkeit und Depressionen sondern, ebenfalls vor einem Anstieg von Angst- und Zwangsstörungen sowie des Medikamenten- und Alkoholkonsums.

Der Lockdown wird bei vielen Menschen tiefe Spuren hinterlassen.

Die Unsicherheit wie es in den nächsten Monaten weitergeht, verstärkt sich bei vielen Menschen. Regeln und Maßnahmen werden zum Alltag und schüren Ängste um die eigenen Selbstbestimmtheit. Vor allem bei Menschen mit psychischen Vorerkrankungen ist dieser Zustand besonders gefährlich.

Das Motto „Stay At Home“, geht um die Welt und lässt viele Menschen auf Distanz näher zusammenrücken und zeigt, dass es uns alle betrifft. Viele Menschen schauten hoffnungsvoll in das neue Jahr 2021. Der Zustand veränderte sich jedoch leider bis dato nicht.

Zukunftsforscher warnen vor einer bedenklich ansteigenden Einsamkeit und psychischen Problemen, bei Anhalten dieser Entwicklung.

Unser Leben ist zur Zeit bestimmt von z.B.:

  • Abstand halten
  • Masken tragen
  • allernötigsten Besorgungen erledigen
  • Quarantäne
  • Vermeidung sozialer Kontakte
  • Isolation
  • Home-schooling
  • Distanzlernen
  • zu Hause bleiben
  • Alleine sein
  • Langeweile
  • Ängste, Verzweiflung, Unsicherheit, Einsamkeit

Aber was können wir tun, um der kompletten sozialen Isolation und Vereinsamung entgegenzuwirken?

Gina sitzt mit angewinkelten Beinen mit dem Rücken gegen ein Kissen gelehnt auf der Couch. Sie hält eine Tasse in beiden Händen und schaut in den Raum.

Natürlich gibt es keine pauschalen Antworten was, wem in dieser Zeit helfen kann, da die eigenen Lebensumstände bei jedem anders sind. Hier findet ihr jedoch trotzdem einige Tipps und Unterstützungsmöglichkeiten, bei Langeweile, Ängste, Einsamkeit etc.

Tipps und Unterstützungsmöglichkeiten gegen Vereinsamung in Zeiten von Corona

Gehe wenn es möglich ist, oft an die frische Luft.

An der frischen Luft zu sein, tut dem Körper und der Psyche sehr gut. Egal ob du alleine, mit einer anderen Person oder deinem Hund spazieren gehst, walkst, mit dem Fahrrad fährst oder Inlineskatest. Auch wenn das Wetter zur Zeit nicht immer das Beste ist, nutze die Tage die sich dazu eignen.

Bild von Peter H auf Pixabay 

Oft haben wir keine Lust aus unserer warmen und gemütlichen Wohnung, in das unangenehme kalte Nass zu gehen. Da meine Hündin bei Wind und Wetter raus möchte muss ich immer nach draußen, auch wenn ich mal keine Lust dazu habe.

Gerade in dieser Zeit merke ich, wenn ich schlecht drauf oder traurig bin und trotz Lustlosigkeit nach draußen gehe, dass es mir nach einiger Zeit etwas besser geht. Sicher hat nicht jeder die Natur direkt vor der Haustüre. In der Stadt gibt es oft nicht ganz so viele nette Ecken zum Spazieren gehen oder für sportliche Aktivitäten. Suche dir einen Ort in deiner Umgebung, wo du gerne hingehst auch wenn es etwas weiter weg sein sollte.

Du kannst dir als Ritual vornehmen dich z.B. jeden Mittwochnachmittag mindestens 1 Stunde, draussen an einem „schönen“ Ort aufzuhalten.

Frage wenn möglich eine andere Person, aus der Familie, dem Freundeskreis oder der näheren Nachbarschaft. Manchmal trauen sich andere nicht zu fragen und sind aber selber alleine und würden sich freuen mit jemanden spazieren zu gehen oder etwas an der frischen Luft zu unternehmen.

Verabrede dich regelmässig mit Freunden, Bekannten oder Gleichgesinnten zu einem Telefon- Skype- oder Whatsapptreffen

Bild von secondfromthesun0 auf Pixabay 

Nicht jeder hat Freunde, Familie oder Bekannte mit denen er schreiben, telefonieren oder videochatten kann. Es gibt mittlerweile viele Gruppen, rund um die Themen Corona und Einsamkeit, soziale Kontakte etc. Versuche über z.B. Selbsthilfegruppen, Gruppen in Facebook Personen zu finden, denen es ähnlich geht wie dir selbst.

Versuche dich so viel wie möglich mit anderen auszutauschen. Es geht sehr vielen Menschen ähnlich und die meisten leiden auf die ein oder andere Weise unter dieser Situation.

Schäme dich nicht zu sagen, dass es dir schlecht geht und du dich einsam fühlst. Frage Freunde, Familienmitglieder, Bekannte oder Gleichgesinnte ob ihr einen bestimmten Tag z.B. Freitagabends um 19 Uhr, zusammen telefoniert oder videochattet. Dabei vielleicht zusammen einen Kaffee trinkt, oder euch ein Weinchen oder Bier schmecken lasst.

Wenn es dir schlecht geht und du keinen zum reden hast, melde dich bitte bei bestimmten Telefonhotlines wie z.B. der Telefonseelsorge.

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Schäme dich bitte nicht, bei solch einer Hotline anzurufen, denn genau dafür sind sie da. Wenn du niemanden hast oder dich keinem anderen anvertrauen möchtest, melde dich dort. Es wird alles vertraulich behandelt und dir hören wertschätzende Menschen zu, die dich nicht verurteilen. Die Anrufe haben nicht ohne Grund in den letzten Monaten um ca. 30 Prozent zugenommen.

Ich werde dir einige Links mit Telefonnummern unter diesen Beitrag schreiben.

Du kannst Online-Therapiesitzungen bei Psychotherapeuten machen

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Aufgrund von Corona hat es in der Online-Psychotherapie eine Trendwende gegeben. Krisenbedingt wurde durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband im März 2020 beschlossen, dass Richtlinien-Psychotherapie als auch Psychotherapeutische Sprechstunden und probatorische Gespräche in der Corona-Pandemie auch per Videotelefonie möglich sind.

Dies stellt sicherlich eine Umstellung bei vielen Klienten/Patienten und eine Herausforderung für viele Therapeuten dar. Jedoch bietet dieser Umstand auch eine enorme Chance für viele.

Vielleicht ist es für dich auch einfacher einen Therapeuten aufzusuchen, wenn du die Therapie per Videotelefonie abhalten kannst und nicht in die Praxis gehen musst – mal abgesehen davon, dass du aufgrund von Corona dies nicht könntest.

Nutze die Chance, wenn du Hilfe benötigst und suche dir einen Psychotherapeuten für Online-Psychotherapie.

(Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/214316/Psychotherapie-in-der-Coronakrise-Trendwende-in-der-Online-Psychotherapie)

Versuche dir andere Freizeitaktivitäten online oder auf Distanz mit deinen Freunden, deiner Familie zu finden.

1.

Bild von Karolina Grabowska auf Pixabay

Ihr könntet euch z.B. zusammen überlegen ein bestimmtes Buch, immer Kapitelweise zu lesen oder als Hörbuch zu hören. Zudem könnt ihr euch dann bestimmte Zeitpunkte ausmachen, wann ihr euch gemeinsam über Kapitel XY austauschen wollt – das kann sehr spannend sein.

2.

Bild von Tumisu auf Pixabay 

Fangt gemeinsam eine neue Serie an und macht ab wie viele Folgen jeder jeweils bei sich zu Hause in der Woche anschaut – dann könnt ihr euch immer austauschen. Möglich ist auch, dass ihr euch immer an einem bestimmten Abend per Videochat oder Telefonat Folgen gemeinsam anschaut.

3.

Bild von Free-Photos auf Pixabay 

Startet zusammen einen Online-Kochkurs oder überlegt euch ein Gericht und kocht es gemeinsam per Skype, Whatsapp etc. und trinkt dabei ein Glas Wein und schaut wie ihr das Gericht jeweils hinbekommt oder genießt es sogar zusammen per Videochat.

4.

Bild von besteonlinecasinos auf Pixabay 

Spielt gemeinsam lustige, reale, strategische, oder Intelligenz Onlinespiele oder tretet dabei online gegeneinander an.

5.

Bild von StockSnap auf Pixabay 

Startet zusammen ein Online Fitness- Hometraining oder einen Online Yoga-Kurs. Macht euch z.B. ein bis drei feste Tage und Zeiten in der Woche aus, wann ihr trainiert und tauscht euch aus wie ihr voran kommt und was euch schwer fällt.

5.

Bild von Tessa Kavanagh auf Pixabay 

Verabrede dich mit anderen gemeinsam eine neue Sprache zu erlernen – das macht gemeinsam wesentlich mehr Spaß. Fragt euch gegenseitig Vokabeln und Grammatik ab. Versucht euch Schritt für Schritt miteinander in der Sprache zu unterhalten.

Wenn du doch lieber etwas alleine machst, dann versuche alleine etwas Neues für dich zu finden. Wie (neue) Bücher zu lesen / Hörbücher zu hören, , Serien zu schauen, Meditationskurs zu beginnen, Sprachkurse anzufangen, Online Fitness, einen Blog zu schreiben u.v.m.

Es wird sicherlich für den ein oder anderen komisch sein, diese Aktivitäten in der Weise zu machen. Aber versuche offen für neue Erfahrungen zu sein und probiere Verschiedenes einfach aus. Vielleicht macht dir ja das ein oder andere wirklich Spaß und hilft dir und anderen in dieser schwierigen Zeit.

Wie gesagt, gibt es kein Patentrezept um diese Situation so gut wie möglich durchzustehen. Aber denkt immer daran, das wir uns ALLE in ähnlichen Situationen befinden. Sicherlich betrifft es manche Personen mehr als andere. Wichtig ist, dass ihr euch austauscht und über eure Ängste, Unsicherheit, Befürchtungen und Einsamkeit redet.

Irgendwann wird auch diese Zeit vorbei sein und wir werden hoffentlich stärker und dankbarer auf diese Zeit zurückblicken.

Wenn du weitere Ideen und Tipps hast, schreibe gerne einen Kommentar.

Eure Gina

Links zu verschiedenen Online Aktivitäten:

Hörbücher:

https://www.audible.de

https://de.napster.com

https://www.deezer.com/de/audiobooks

https://www.femtasy.com/de/speakers

Online-Spiele:

https://mitvergnuegen.com/2020/online-games-zocken-mit-freunden/

https://www.fm1today.ch/unterhaltung/fun/diese-9-gesellschaftsspiele-kannst-du-online-mit-freunden-spielen-137579273

Online-Kochkurse

https://www.kochdichgluecklich.de/kurse/kochkurse/online-kochkurse/online-kochkurs-natuerlich-essen.html

https://www.meetyourmaster.de/de/kurse/alfons-schuhbeck-lehrt-kochen

https://www.juliankutos.com/online/

Online-Fitness:

https://www.fitnessfirst.de/kurse/online-fitness-kurse

https://vaha.com

https://www.fitforfun.de/sport/fitness-studio/online-fitnessstudio-fit-for-fun-test-virtuelle-fitnessclubs_aid_13811.html

Sprachen online lernen:

https://de.babbel.com

https://de.duolingo.com

https://www.bestesprachwebseiten.com

Links zu Telefonhotlines:

https://www.telefonseelsorge.de

https://www.sorgentelefon.ch/

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/start

https://www.bapk.de/angebote/seelefon

https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung/kinder-und-jugendtelefon/

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80 Prozent aller Arztpraxen in Deutschland sind nicht barrierefrei

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Bundesweit existieren rund 200.000 Arzt- und Therapiepraxen. Jedoch sind lediglich 80 % davon gar nicht oder nur eingeschränkt zugänglich und somit nicht barrierefrei. Aufgrund dessen wurde durch die Unionsfraktion 2017 mit Vertretern wie Ärzten, Krankenkassen und Betroffenen beraten, wie die medizinische Gesundheitsvorsorge verbessert werden kann. In medizinischen Versorgungszentren ist der Anteil an barrierefreien Einrichtungen mit 45,9 % wesentlich höher. Eine qualitativ hochwertige sowie barrierefreie Gesundheitsvorsorge ist elementar.

„Barrierefreiheit bedeutet, dass Einrichtungen für alle Menschen nutzbar sind.“

Somit sollen Menschen mit Behinderung und sonstigen Einschränkungen möglichst nicht auf fremde Hilfe angewiesen sein, um eine Praxis besuchen zu können.

Dies ist in der UN-Behindertenrechtskonvention sowie im Behindertengleichstellungsgesetz festgelegt.

Schwerbehinderte Menschen müssen oft nach anderen Kriterien ihre Gesundheitspraxen auswählen, als andere Patienten. Eine wohnortnahe Behandlung in Arztpraxen ist für behinderte Menschen aus diversen Gründen schwieriger wie z.B.:

  • Eine nicht vorhandene Barrierefreiheit in Arztpraxen
  • Eine nicht vorhandene Barrierefreiheit in und um das Gebäude
  • Nicht ausreichende Behindertenparkplätze vor den Praxen
  • Praxis sowie das Praxispersonal, müssen besser auf schwerbehinderte Patienten ausgerichtet sein
  • Kein ausreichend ausgebildetes Praxispersonal für den Umgang mit behinderten Patienten
  • Die „klassische“ Terminvereinbarung per Telefon ist für viele Menschen mit Behinderung und sonstigen Beeinträchtigungen nicht oder schlecht möglich
  • Es findet meistens keine barrierefreie Kommunikation durch das Praxispersonal statt
  • Zudem herrscht oft eine Unsicherheit im Umgang mit schwerbehinderten Patienten

Ziel einer Barrierefreiheit in Arztpraxen ist es, sowohl bauliche als auch organisatorische und sogenannte „unsichtbare“ Barrieren durch „richtige“ Verhaltensweisen sowie eine entsprechende Kommunikation zu überwinden.

Um alte Praxen barrierefrei umzubauen, muss meistens mit sehr hohen Kosten und Aufwand gerechnet werden. Somit sind diese Kosten dem Arzt alleine nicht zumutbar. Es wird gefordert, dass sich der Staat finanziell wesentlich mehr daran beteiligt. Beispielsweise durch Programme der Staatsbank KfW oder anderer Förderbanken. Die geforderte Beteiligung hat einen Umfang von ca. 80 Mio. Euro für den barrierefreien Umbau von Arztpraxen. Nur so kann sicher gestellt werden, dass es schnell spürbare Verbesserungen gibt.

Wie sieht die Realität nun genau aus?

Es geht hierbei nicht nur um bauliche Veränderungen der Praxis, sondern vor allem auch um organisatorische Maßnahmen, Regeln der Kommunikation und des Verhaltens des Praxispersonals oder einfache Veränderungen in der Praxiseinrichtung.

Ein Beispiel hierfür sind die Wartezimmer, welche oft mit Dekoration wie Pflanzen, Bilder, Vasen, vielen Stühlen ausgestattet sind. Aber aus diesem Grund fehlt oft wichtiger Platz der für Rollstühle und Rollatoren benötigt wird. Es sollte gewährleistet sein, dass in einem Wartezimmer, Platz für alle Patienten geschaffen wird. Also eben auch für Patienten im Rollstuhl, mit Rollatoren oder einem Blindenführhund, ohne dass dadurch andere Sitzplätze blockiert werden.

Anmeldetheken sind meistens so hoch gebaut, dass Patienten im Rollstuhl bspw. nicht eigenständig ihre Versichtertenkarte über die Theke der Sprechstundenhilfe geben könnten.

Das Praxispersonal weiß oft nicht, wie sie mit schwerbehinderten Patienten umgehen sollen und schaffen oft durch inadäquates Verhalten weitere Barrieren für schwerbehinderten Patienten.

Wie sind meine eigenen Erfahrungen mit Barrieren in Arztpraxen?

Aufgrund meiner eigenen chronischen Erkrankung sowie meiner Behinderung, bin ich selbst seit meinem 6. Lebensjahr in vielen Arztpraxen, Kliniken und Therapieeinrichtungen. In den meisten Arztpraxen ist die Barrierefreiheit eher wenig bis gar nicht vorhanden. Ohne eine Begleitperson und/oder meinen Blindenführhund wäre es mir kaum möglich eigenständig Termine bei Fachärzten wahrzunehmen.

Bei mir sind es weniger die baulichen Einschränkungen, sondern vor allem bestimmte Verhaltensregeln, Kommunikationen und weitere veraltete klassische Maßnahmen, welche mich einschränken.

Es gibt viele Beispiele wo Medizinisches Fachpersonal verunsichert ist, wie sie mit mir oder anderen Patienten mit Behinderung umgehen sollen.

In einigen Situationen fangen sie z.B. an lauter zu sprechen oder sie ignorieren es einfach schlichtweg und benutzen Gestik und Mimik wie bei jedem anderen auch. Wenn ich dann etwas explizierter nachfrage wo z.B. die Patiententoilette oder das Wartezimmer ist, wissen sie nicht wie sie mir das verständlich machen können.

Das mit unter größte Problem stellt in vielen Arztpraxen leider oft der Kampf um meinen Blindenführhund dar. Denn viele Arztpraxen bzw. das Personal ist immer noch der Meinung, dass (m)ein Hund nichts in einer Arztpraxis verloren hat. Weise ich Sie darauf hin, dass es ein Blindenführhund ist und nicht einfach mein Haustier, welches ich zum Arzt mitgebracht habe und es mir nur so möglich ist, Fachärzte eigenständig zu besuchen, das ist vergleichbar mit einem Rollstuhl. Meistens höre ich solche Sätze:

„ Das ist halt die Anweisung des Arztes und wir können da eben nichts machen. “ oder am besten „ Können Sie den Hund nicht eben vor der Praxis anleinen und er wartet dann auf sie dort? .“ Das ist auch eine witzige Aussage: „ Nein das kann man nicht mit einem Rollstuhl vergleichen, das ist ja ein Hilfsmittel für Menschen die nicht laufen können.“

Da frage ich mich dann auch manchmal, was die Leute denken warum ich eine Blindenführhündin habe. Ja, sie ist eine Hündin und so obskur sich das meiner Meinung nach auch anhört, ist sie ein Hilfsmittel für Menschen mit schweren Sehbeeinträchtigungen. Außerdem ist meine Hündin genau dazu da, um mir in solchen Situationen zu helfen, damit ich mich eigenständig bewegen kann und sie mir die Unsicherheit nimmt – vor allem in Umgebungen wo ich fremd bin.

Aufgrund meiner Erkrankung. muss ich ziemlich oft und sehr regelmässig zu diversen Fachärzten und Kliniken. Aufgrund dessen muss ich auch weitere Wege zurücklegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den verschiedenen Fachärzten fahren und bin somit jedesmal auf eine Begleitperson angewiesen.

Bedauerlicherweise haben die meisten Arztpraxen leider immer noch nicht verstanden, dass ein Blindenführhund dafür da ist, um Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sicherer und unabhängiger zu machen. Und dass man auch ohne dauernde Hilfe von anderen einen Termin in einer Arztpraxis wahrnehmen kann.

Bei meinen Facharztpraxen für Augenheilkunde stellte dies von Anfang an absolut kein Problem dar, denn dort ist das Personal aufgeklärt und weiss, dass eine Arztpraxis oder auch andere Einrichtungen einem blinden/sehbeeinträchtigten Patienten nicht verbieten darf mit seinem Blindenführhund die Praxis zu betreten. Da sie nämlich extra u.a. für solche alltäglichen Situationen ausgebildet wurden und verhalten sich entsprechend.

Wie kann man erreichen, dass mehr Arztpraxen barrierefrei werden?

Schwerbehinderte Patienten müssen sich ihre Fachärzten aufgrund anderer Kriterien aussuchen und meistens weit fahren um entsprechende barrierefreie/barrierearme Fachpraxen zu finden.

Da es sich wie bereits erwähnt nicht nur um bauliche Veränderungen, sondern um viele weitere Maßnahmen wie z.B. ein adäquates Verhalten des gesamten Praxispersonals handelt, halte ich es seit langem für wichtig das Praxen im Gesundheitswesen sich speziell weiterbilden, um effektiver und effizienter mit schwerbehinderten Patienten umzugehen lernen. Denn Unsicherheit aber auch schlichte Unwissenheit sorgt oft für solche Barrieren.

Knapp acht Millionen Menschen in Deutschland sind Menschen mit einer Schwerbehinderung, denen ebenfalls eine gute und kompetente Fachärztliche und vor allem barrierefreie Versorgung zustehen sollte.

Menschen mit Behinderung muss mehr Chancengleichheit in der Gesundheitsvorsorge geboten werden.

Wie man bereits hier auf dem Blog erfahren konnte, entwickele ich zusammen mit der Online Akademie für Gesundheitswesen (OafG) einen Online-Kurs zur Weiterbildung für einen effizienteren Umgang von Patienten mit Behinderung.

Um diesen Online-Kurs entwickeln zu können, musste ich zuvor einiges recherchieren. In diversen Foren informierte ich mich, was anderen Patienten mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in einer Artpraxis wichtig ist und was für sie Barrierefreiheit ausmacht. Zudem erkundigte ich mich, wie die rechtlichen Regelungen für eine barrierefreie Arztpraxen aussehen.

In dieser Zeit lernte ich viel über diese Thematik und brachte meine eigenen Erfahrungen, als auch Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen vieler anderen Patienten mit Behinderung, in die Entwicklung des Online – Kurses mit ein.

Den E-Learning Kurs „Effektiver Umgang von Patienten mit Behinderung“ finden Sie bald auf der Website der Online Akademie für Gesundheitswesen (Oafg).

Ich wünsche mir, dass wir damit viele Arztpraxen erreichen können und sie offen dafür sind dazu zu lernen und sich weiterzubilden, um Menschen mit Behinderung mehr Chancen in der Gesundheitsvorsorge bieten zu können.

Unterstützt mich indem, ihr diesen Beitrag und die Website der Oafg mit dem Online-Kursen teilt, weiterleitet und empfehlt.

Eure Gina

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/archiv/198246/Barrierefreiheit-Zehntausende-Arztpraxen-nicht-barrierefrei

https://www.arzt-wirtschaft.de/wie-den-umbau-finanzieren/

https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Ein-Blindenhund-darf-mit-ins-Wartezimmer-406765.html

https://www.arzt-wirtschaft.de/nur-jede-dritte-arztpraxis-fuer-patienten-mit-behinderung-geeignet/

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Das Burnout-Syndrom gilt oft als eine „typische Modeerscheinung„

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Burnout – ausgebrannt. Dies gilt bei vielen Menschen oft als ein Modebegriff und etwas was direkt jeder hat der „etwas“ erschöpft ist oder nur als ein Synonym für eine Depression genommen wird. Manche meinen, dass man dies nicht schon in jungen Jahren bekommen kann. Studien zeigen aber das es mittlerweile auch viele junge Menschen betrifft.

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Stress – Beeinträchtigung – Behinderung – (chronische) Erkrankung – Stressfaktoren?

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Sehr viele Menschen leiden unter Stress, Stress bei der Arbeit, einkaufen, Stress mit den Kindern und/oder mit dem Partner, den Eltern sogar auch in der Freizeit.

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