“Studieren mit Behinderung & (chronischer) Erkrankung”

Eine Frau sitzt vor ihrem Laptop und beisst auf ihren Biestift. Sie trägt eine Brille und neben dem Laptop steht ein Stiftebecher mit mehren bunten Stiften drin.
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Ein Studium kann viele Möglichkeiten eröffnen. Es kann erweiterte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ein weit gefächertes (Fach) wissen und Chancen auf einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz bieten.

Ein Studium sollte grundsätzlich allen Menschen frei zugänglich sein. Barrierefreiheit spielt in diesem Zusammenhang eine sehr wichtige Rolle für Studenten mit Beeinträchtigungen.

Es bestehen unterschiedliche Gründe, wodurch ein Studium nicht so gestaltet werden kann, wie man es als gesundheitlich beeinträchtigter Mensch gerne würde.

Stellt ein Fernstudium für Menschen mit Erkrankungen, Behinderungen oder psychischen Beeinträchtigungen eine gute Alternative dar?

Natürlich gibt es auch unzählige Beispiele, wo ein Präsenzstudium mit Behinderung / Erkrankung gut funktionieren kann. Denn auch an Präsenzuniversitäten gibt es die Möglichkeit des Nachteilsausgleiches, Studienberatung uvm.

Welche Gründe tragen dazu bei, dass es einem schwer fällt ein Präsenzstudium zu absolvieren?

Ist man bspw. oft krank und hat viele körperliche / psychische Beschwerden un dBeeinträchtigungen, kann es schwierig sein regelmäßig Seminare und Vorlesungen zu besuchen. Ausserdem können so Modulleistungen manchmal nicht pünktlich eingereicht oder Gruppenprojekte wahrgenommen werden, so dass dies zu großen Probleme in einem Präsenzstudium führen kann.

Man möchte auch nicht ständig andere Mitstudierende, um Verständnis bitten oder sie bei Projekten quasi alleine lassen, da man selber „mal wieder“ aus gesundheitlichen Gründen nicht kann. Oder traut sich nicht sich selbst wieder einzugestehen, dass man eben zur Zeit psychisch/physisch nicht in der Lage ist sich zu konzentrieren.

Wie bereits erwähnt, gibt es die Möglichkeit durch gewisse Nachteilsausgleichen in einem Präsenzstudium – dieses hilft aber in manchen Fällen eben nur bedingt.

Nachteilsausgleiche bestehen bei einem Fernstudium selbstverständlich auch. Zudem bietet ein Fernstudium eine hohe Flexibilität und individuelle Zeiteinteilung – auch für das absolvieren von Prüfungsleistungen. Dies kann gerade bei chronischen und psychischen Erkrankungen und anderen Beeinträchtigungen sehr wichtig sein.

Behinderung ist nicht gleich Behinderung. Erkrankung nicht gleich Erkrankung & psychische Leiden ist ebenfalls sehr individuell – somit sind auch die Bedürfnisse, in einem Studium, je nach Situation sehr unterschiedlich “

Auf einem Schreibtisch sieht man einen aufgeklappten Laptop auf welchem ein Heft liegt. Rechts neben dem Laptop stehen mehrere Bücher nebeneinander.  Vor dem Laptop und den Büchern liegt ein Block mit Stiften und Radiergummi drauf. Rechts daneben ein aufgeschlagenes Buch auf dem ein Smartphone liegt.
Quelle: pixabay

Das Fernstudium kann sehr flexibel gestaltet werden und so gut in den individuellen Alltag integriert werden. Somit kann man sein Studium an persönlichen Beeinträchtigungen und damit auf den eigenen Alltag und Bedürfnisse entsprechend anpassen.

Als Nachteil ist zu sehen, dass ein Fernstudium äusserst viel Selbstdisziplin und eine strukturierte Arbeitsweise, als auch effizientes Zeitmanagement erfordert. Zudem sind direkte Kontakte zu Kommilitonen und Dozenten nicht gegeben, wie es bei einem Präsenzstudium der Fall ist.

Durch ein Fernstudium kann für viele Menschen mit Beeinträchtigungen, der Traum vom Studieren wahr werden.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie bereichernd die Entscheidung für ein Fernstudium für mich war. Ich kenne beide Seiten, da ich früher zwei Semester an einer Präsenzuniversität studiert habe. Natürlich fehlt es manchmal an direkten Kontakten zu Kommilitonen und Tutoren/Dozenten. Aber heutzutage macht das digitale Leben es uns möglich, schnell Kontakt zu anderen aufzunehmen und uns zu vernetzen, auch wenn Kommulitonnen weiter weg wohnen.

Das Fernstudium gewinnt immer mehr an Aufmerksamkeit und auch akademischem Ansehen sowie Seriosität. Denn seit den letzten Jahren, gibt es immer mehr akkreditierte Studiengänge, welche gleichwertige Inhalte wie an Präsenzuniversitäten vermitteln. Staatliche Universitäten wie die in Hagen, zeigen, dass auch ein Fernstudium genau so qualitativ und wissenschaftlich sein kann. Auch private Fernhochschulen akkreditieren ihre Studiengänge und möchten ihren Studenten qualitatives und wissenschaftliches Lernen ermöglichen und Fachwissen vermitteln.

Vor allem muss bedacht werden, dass viele Fernstudenten oft noch zusätzlich arbeiten, Familie und Haushalt neben dem Studium meistern. Somit muss sehr effektiv und effizient die eigene Zeit eingeteilt werden, so dass man bei den meisten Fernstudenten davon ausgehen kann, das sie über gutes Zeit- und Selbstmanagement sowie Disziplin verfügen.

Das Schreiben von Hausarbeiten, Projektarbeiten, Prüfungen als auch die Quellenrecherche unterscheiden sich kaum von denen einer Präsenzuniversität. Es wird einem sicherlich nicht das gleiche Studentenleben zu Teil, wie es bei einem regulären Präsenzstudium oft der Fall ist.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Jedoch würde ich mich persönlich immer wieder für ein Fernstudium entscheiden.

Ich studiere Angewandte Psychologie an der Apollon Hochschule für Gesundheitswirtschaft und habe letztes Jahr einen Erfahrungsbericht zum Thema „Studieren mit Beeinträchtigung“ geschrieben. Den Link zum Erfahrungsbericht findest du unter diesem Beitrag & ebenfalls in der Sidebar auf der Startseite. Gemeinsam mit dem Studienservice, setzen wir uns für die Belange und Bedürfnisse von Studenten mit Beeinträchtigungen ein. Zusammen erarbeiteten wir, welche Nachteilsausgleiche Studenten mit Beeinträchtigungen benötigen und wie sie effektiv durch die Hochschule unterstützt werden können.

Zudem bin ich Mentorin für Fernstudenten und unterstütze zusammen mit dem Studienservice meiner Hochschule, Studenten und Interessierte mit und ohne Beeinträchtigungen am Anfang und während des Studiums.

Folgende Nachteilsausgleiche bestehen bei der Apollon Hochschule für Gesundheitswirtschaft für Studenten mit Beeinträchtigungen (Quelle – Apollon Hochschule Studieren mit Beeinträchtigungen) :

  • Sie bieten flexible Zeiteinteilung, um Studienmaterial und Wissen zu erarbeiten – je nach Gesundheitszustand.
  • Man kann in Krankheitszeiten sein Studium einige Zeit ruhen lassen – Zudem kann das Studium für insgesamt 12 Monate unterbrochen werden
  • Klausuren können z.B. als Open-Book-Klausur online von zu Hause aus geschrieben oder an Online-Seminaren teilgenommen werden
  • Immatrikulierte Studenten, welche auch unterschiedliche Beeinträchtigungen / Erkrankungen haben, bieten Vernetzung zu diesen Themen an
  • Es stehen vielfältige Formate bei Studienmaterial zur Verfügung wie PDF, MOBi, EPUB oder MP3-Format.
  • Es gibt einen Online-Campus für Studenten der Apollon, dieser ist barrierearm programmiert und mit gängiger Vorlesesoftware lesbar.

Außerdem bietet die Apollon als Pilotprojekt zunächst ein Jahr lang, eine psychosoziale Beratung für ihre Studenten an. Wenn ihr mehr erfahren wollt, klickt auf den Link unter diesem Beitrag.

Wenn ihr allgemeine Fragen zum Thema Fernstudium oder auch zum Fernstudium an der Apollon Hochschule für Gesundheitswirtschaft habt, schreibt mir gerne eine Nachricht unter:

=> ginasblog-info@web.de

Ich freue mich über Kommentare und eure Erfahrungen oder Fragen.

Eure Gina

Links – Apollon Hochschule für Gesundheitswirtschaft:

Link zum Erfahrungsbericht zum Thema „Studieren mit Beeinträchtigung“:


Quelle: Apollon Hochschule Website

Link zur Apollon Hochschule für Gesundheitswirtschaft – „Studieren mit Beeinträchtigung“:

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