Beantragung eines Blindenführhundes!

Teile diesen Beitrag:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird das generische Maskulinum verwendet. Weibliche/anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint.

Man sieht einen hellen Labrador Retriever als Blindenführhund mit seinem Geschirr. Und die Beine von zwei Menschen mit ihren Blidnenstöcken.

Blindenführhunde sind ein Hilfsmittel im Sinne des § 33 SGB V und sollten einem sehbehinderten und blinden Menschen die gefahrlose Orientierung in vertrauter als auch in fremder Umgebung ermöglichen.

Wenn sich stark sehbehinderte oder blinden Menschen dauerhaft mit dem Langstock alleine nicht (mehr) sicher genug ausserhalb ihrer Wohnung fühlen, besteht die Möglichkeit einen Blindenführhund zu beantragen.

ABER zu allererst muss sich der sehbehinderte/blinde Mensch wirklich sicher sein und ausgiebig Gedanken darüber machen, ob er auch wirklich einen Blindenführhund haben möchte. Diese Entscheidung darf auf keinen Fall leichtfertig getroffen werden. Denn der sehende Begleiter auf 4 Pfoten ist schließlich nicht nur ein Hilfsmittel sondern an erster Stelle ein Lebewesen.

Der Hund hat Bedürfnisse die nicht unterschätzt werden dürfen. Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Vor der Beantragung sind einige Fakten zu berücksichtigen. Auf diese werde ich zunächst eingehen, bevor ich wichtige Punkte zur Beantragung aufliste, denn dies ist vorerst wichtiger als alles andere. Man entscheidet sich für mind. 8-10 Jahre (wenn nicht sogar länger) quasi ein neues Familienmitglied aufzunehmen. Denn Blindenführhunde können ca. 8 -10 Jahre ihre Arbeit verrichten, bevor sie in Rente gehen. Dann kann man ihnen natürlich noch einige schöne Rentenjahre bieten. Jedoch ist dies nicht jedem blinden/sehbehinderten Menschen möglich dann zwei Hunde zu halten, da sie ja dann einen neuen Blindenführhund benötigen. Das muss einem ebenfalls vorher bewusst sein.

Fakten welche man zunächst überdenken sollte, bevor man einen Blindenführhund beantragt.

1. Ein Hund benötigt viel Bewegung.

Gerade die Rassen welche zu Blindenführhunden ausgebildet werden wie Labrador- und Golden Retriever, Deutscher Schäferhund, Königspudel usw. benötigen viel Bewegung und Beschäftigung. Sie arbeiten im Geschirr, benötigen aber auch die Möglichkeit frei rennen und sich austoben zu können. Das am besten täglich.

Sie müssen körperlich und geistig ausgelastet sein. Ist dies nicht der Fall, kann sich dies später in negativem Verhalten äussern. Natürlich sind die Rassen individuell was die benötigte Bewegung angeht. Jedoch sollte man dies auf keinen Fall unterschätzen. Denn jeden Tag 8 Stunden arbeiten zu gehen und dann nachher nur „mal eben schnell“ eine Runde mit dem Blindenführhund zu gehen ist für keinen Hund schön und artgerecht.

Der Hund wird dir das Leben dauerhaft erleichtern und dir wieder ein großes Stück Freiheit zurückgeben. Dann solltest du ihm im Gegenzug ein schönes und vor allem artgerechtes Leben bieten können. So dass er genügend Bewegung und Freilauf bekommt, welche er benötigt.

Somit sollte sichergestellt sein, dass der Hund zum einen in naher Umgebung genügend Auslaufmöglichkeiten und Spaziermöglichkeiten hat und man ausreichend Zeit dafür erübrigen kann.

2. Der Hund möchte bei Wind und Wetter Gassi gehen und muss sein Geschäft erledigen

Somit muss auch bei starkem Regen und bitterer Kälte mit dem Hund gegangen werden. Am besten legt man sich (falls noch nicht vorhanden) eine komplette Montur wie Regencape,Regenmantel, Regenhose, Gummistiefel zu. Da mit Geschirr und Regenschirm zu gehen teilweise etwas kompliziert werden kann. Vor allem wenn man doch noch einen Taststock mit sich führt. Hat man jedoch eine Regenkapuze auf, ist das mit dem Hören der Autos etc. auch etwas schwierig. Und im Herbst regnet es sehr oft und dann reicht es nicht nur immer 10 Minuten mit dem Hund rauszugehen, weil man ins warme möchte. Da sollte man sich im Vorhinein Gedanken machen, wie man. dies handhaben wird.

Da kann ich euch zum einen komplette Allwettermontur und auch einen Rucksack empfehlen, denn die Hunde brauchen so viel Zeug ;-D

3. Ein Hund macht viel Schmutz

Gerade nach nassem Wetter oder einem ausgiebigem Spaziergang im Wald, solltet ihr den Hund sauber machen. Trotzdem lässt es sich nicht vermeiden, dass er Dreck mit reinbringt. Oder öfter mal den Boden voll sabbert oder die Hälfte verliert z.B. beim Kauen von getrockneten Kauartikeln (und Äpfel Möhren die dann auf dem Boden landen , wo man rein tritt ;-P).

Ich muss sie mind. 2 mal am Tag nach dem rausgehen mit einem Handtuch richtig säubern – wenn es regnet sogar noch ausgiebiger. Das kostet immer Zeit.

Es gibt sicher auch einige denen dies nichts ausmacht und Sauberkeitsvernatikern rate ich sich entweder mit dem Gedanken anzufreunden täglich zu saugen und zu putzen. Oder sich dreimal zu überlegen ob sie sich eine Blindenführhund zulegen möchten, denn da lässt sich der mehrmals tägliche Schmutz nicht vermeiden. Ich sauge fast jeden Tag die Wohnung.

4. Ein Hund benötigt auch viel Pflege und muss regelmässig zum Tierarzt.

Die Hunde müssen nicht nur nach dem Spaziergang gesäubert werden, sondern auch das Fell möchte gepflegt werden. Je nach Rasse sollte die Fellpflege alle paar Tage durchgeführt werden. Bei einigen Hunden kommt noch die Augenpflege und Ohrenpflege hinzu. Für sehbehinderter und blinde Menschen stellt dies ja noch mal eine andere Herausforderung dar, denn man sieht nicht immer ob der Hund evtl. auf dem Fell dreckig ist. Oder je nachdem wo er sich mal wieder drin gewälzt hat 😉

Zudem sollte regelmässig nach Zecken im Fell geschaut und die Pfoten z.B. nach Steinchchen, Verletzungen kontrolliert werden.

Wichtig ist auch die regelmässigen Kontrollen beim Tierarzt. Manche Krankenkassen verlangen auch jedes halbe Jahr eine Gewichtskontrolle vom Tierarzt mit geführter Gewichtstabelle. Damit euer treuer Begleiter auch lange gesund und fit bleibt.

5. An Langschläfer – das lange Schlafen hat ein Ende ;-D denn eurer Begleiter möchte raus Gassi gehen und dass nicht erst um 11 Uhr

Ja diese Erfahrung musste ich auch die ersten Wochen machen. Denn in der Eingewöhnungsphase musste sich auch erst einmal eine gewisse Routine aufbauen.

Es gab dann auch schon Tage wo ich um 5.30 Uhr jammernd geweckt wurde, da meine Hündin dringend musste. Da kann man sich dann nicht noch mal rum drehen und weiter schlafen. Wer muss, der muss.

Habt ihr nachher einen Rhythmus kann man sich natürlich auf den Hund besser einstellen. Möchte man am Wochenende mal etwas länger schlafen kann man noch einmal relativ spät mit dem Hund rausgehen. Jedoch ist dies auch nicht immer eine Garantie.

6. Der Hund benötigt auch Kontakt zu seinen Artgenossen.

Für Sozialpflege benötigt ein Hund auch Kontakt zu Artgenossen, denn er ist ein Rudeltier. Je nach Rasse und Charakter ist er etwas mehr auf den Mensch bezogen. Jedoch kann der Mensch das Spielen, Toben und Raufen mit Artgenossen nicht ersetzen. Solche Spieltreffen müssen auch organisiert und eingeplant werden.

7. Der Hund benötigt seinen Platz in der Wohnung/Haus.

Auch wenn das wohl selbstverständlich erscheint, ist dies trotzdem zu nennen. Hast du in deiner Wohnung auch genügend Platz für einen Hund? Er benötigt ein eigenes Hundebett, Rückzucksmöglichkeit, Futterstelle usw. Man sollte ihm ein schönes gemütliches Zuhause bieten können.

8. Wie wird der Hund versorgt wenn man erkrankt oder in der Urlaub fliegt (wo der Hund nicht mit kann).

Normalerweise gehen der Führhund und sein Halter fast überall gemeinsam hin. Trotzdem muss geklärt sein, wo der Hund im Notfall untergebracht werden oder wer sich in dieser Zeit um den Hund kümmern kann.

Zum Beispiel bei (längeren) Krankenhausaufenthalten, oder eben ein typischer Strandurlaub wo der Hund nicht mit kann bzw. was für ihn auch nicht wirklich schön wäre. Die meisten Halter nehmen ihren Hund mit zu (geeigneten) Urlauben. Jedoch kann es mal passieren, dass man mit seinem Liebsten z.B. einen zweisamen Wellnessurlaub für ein verlängertes Wochenende machen möchte und sich dies mit Partner/Freunden mit Blindenstock zutraut.

In so einem Fall sollte im Vorhinein abgeklärt werden, wer sich dann um den Hund kümmert. Gute Hundepensionen können hier auch eine Alternative sein. Jedoch sollte man sich hier genau informieren wie dort die Gegebenheiten aussehen, wie Futter, Auslauf, Hygiene, Spielmöglichkeiten, Schlafplatz etc.

9. Habe ich noch andere Haustiere die vielleicht Probleme mit dem Hund haben.

Sind vielleicht schon eine Katze oder Kater bereits m Haushalt? Da man sein Haustier ja kennt, wird man einschätzen können wie sich der Kater/die Katze mit dem neuen Familienmitglied verstehen wird. Denn das ist auch nicht zu unterschätzen (weiss ich aus eigener Erfahrung :-s)

10. Man muss physisch und psychisch in der Lage sein einen Blindenführhund zu halten & man sollte genügend Orientierung im Straßenverkehr besitzen

Man sollte körperlich fit genug sein um mit dem Hund mitzuhalten. Zum Beispiel ist es nicht zwangsläufig ein Hindernis wenn man, wie ich schweres Asthma hat. Man sollte nur gut Medikamentös eingestellt sein und auch „längere“ Strecken mit dem Hund spazieren gehen können. Darauf könnte man sich ja vor der Beantragung z.B. stufenweise vorbereiten.

Psychisch sollte man in der Lage sein mit einem Hund umzugehen und in der Lage sich auch mit diesem beschäftigen zu können. Jedoch können sie einen sehr bereichern und die Psyche als auch das Selbstbewusstsein stärken.

Ein wichtiger Punkt stellt noch die Orientierung dar. Man muss das Mobilitätstraining absolviert haben ( mehr dazu s.u.). Es ist wichtig, dass man sich trotzdem im Strassenverkehr orientieren kann. Denn z.B. können die Blindenhunde nicht erkennen ob rot oder grün ist. Der Halter muss ihm dann anzeigen können, dass die Strasse überquert werden kann.

11. Zu guter Letzt – ist man bereit seinen Alltag umzustellen und täglich mit seinem neuen Begleiter auf vier Pfoten die Welt zu erkunden.

Ich möchte nicht vor einem Blindenführhund abschrecken. Im Gegenteil euch ermutigen für einen Blindenführhund zu kämpfen. Jedoch sollte sich dies jeder wirklich gut durch den Kopf gehen lassen und die Entscheidung nicht leichtfertig treffen.

Ich würde die Entscheidung jedes Mal wieder so treffen. Habe mir aber auch sehr lange Gedanken gemacht. Jedoch weiß man trotzdem erst was alles an Arbeit und Energie auf einen zukommt wenn der Hund wirklich bei einem ist. Deshalb versuche ich hier meine Erfahrungen etwas zu teilen.

Ich bin so dankbar, dass ich meine Ebby nun seit diesem Sommer habe und möchte sie keinen Tag mehr missen. ABER ich kann immer wieder nur sagen, dass sie Lebewesen sind und auch mal schlechte Tage haben oder mal öfter bockig ihm Geschirr sind. Damit muss man auch mal rechnen. Zudem ist es ein lebenslanges Lernen für Führhund und Halter. Gerhorsamkeitstraining oder Dummytraining sollten immer mal wieder wiederholt werden, so dass dein Begleiter gut auf dich hört.

Noch mal zum Schluss die wichtigsten Punkte vor der Beantragung eines Blindenführhundes für dich zusammengefasst:

  • Stellt der Blindenführhund für mich das richtige Hilfsmittel dar – was erwarte ich von ihm?
  • Ist auch meine Familie bzw. familiäres Umfeld mit der Haltung eines Blindenführhundes einverstanden?
  • Bin ich oder Familie / Mitbewohner allergisch auf Hundehaare?
  • Bin ich körperlich und auch geistig fit genug um dem Hund und seiner Haltung gerecht zu werden?
  • Wer kümmert sich und den Hund wenn ich z.B. krank bin?
  • Besitze ich ausreichende Mobilität und Orientierung um mit einem Blindenführhund zu arbeiten?
  • Bin ich bereit meinen Alltag und meinen Rhythmus auf den Hund umzustellen / anzupassen?
  • Bin ich bereit bei jeglichem Wetter mit dem Hund rauszugehen und auch Schmutz in Kauf zu nehmen?
  • Habe ich wirklich die Zeit mich ausreichend um den Hund kümmern zu können?
  • Bin ich emotional in der Lage mich auf einen Hund einzulassen und ihm bei der Führarbeit zu vertrauen?
  • Ist mein Arbeitgeber mit der Haltung des Führendes einverstanden? Besteht dort die Möglichkeit ihn mitzunehmen?
  • Ist man bereit sich Konfliktsituationen zu stellen bzw. sich den Eintritt in Geschäften, Restaurants, Parks, Bussen etc. zu erobern? ( Denn leider ist dies noch sehr oft nicht selbstverständlich)

Und eine der wichtigsten Punkte ist ob du die Geduld hast auf deinen Hund dann entsprechend zu warten und auch zu kämpfen. Denn bis du denn Blindenführhund dann endlich übergeben bekommst können in der Regel schon mal 1,5 – 2 Jahre vergehen. Je nachdem wie sehr du bei der Krankenkasse kämpfen musst auch noch länger, falls es vor Gericht geht. Aber das warten und kämpfen lohnt sich!

Was genau leistet denn ein Blindenführhund so?
  • Ein Blindenführhund ermöglicht dem Blinden/Sehbehinderten eine neue Lebensqualität
  • Er verbessert die Mobilität und gibt dem Halter ein Stück Freiheit/Unabhängigkeit zurück
  • Er ermöglicht einem einen erweiterten Bewegunsgredadius
  • Es können Wege genutzt werden, die aufgrund fehlender Orientierungspunkte mit dem Blindenstock erschwert oder gar nicht bewältigt werden können
  • Der Blindenführhund findet für den Halter Ziele wie Bänke, Fahrstühle, Eingänge, Briefkästen, Schalter etc.
  • Er muss Hindernissen wie anderen Passanten, abgestellten Fahrrändern, Schranken usw. ausweichen.
  • Durch bestimmte Hörzeichen zeigt er Ampeln, Treppen, freie Sitzplätze, Briefkästen etc. dem Blinden/Sehbehindnerten an
  • Durch positive Gehorsamsverweigerung widersetzt er sich seinem Halter bei Gefahr wie z.B. einem Abgrund an Bahnhöfen oder eine runtergelassene Schranke bei einem heranfahrenden Zug
  • Er bietet (falls vorher nicht so vorhanden) einen Strukturierung des eigenen Alttages
  • Man erschließt neue Bekanntschaften mit z.B. anderen Hundehaltern / Führhundhaltern für Treffen
  • Für alleinlebende bietet der Führhund zudem einen treuen Sozialpartner und Begleiter
  • Man unternimmt mehr in der Natur und bewegt sich gegebenenfalls mehr wie vorher
  • Es kann einem das Annehmen des eigenen Schicksals erleichtern

Die wichtigsten Punkte bei der Beantragung einen Blindenführhund?

Du hast dich nach reifer Überlegung dazu entschieden einen Blindenführhund zu beantragen. Das ist super!!!

Nun sind mehrere Fragen zu klären.

1. Was für eine Rasse soll es werden? Und welche Führhundschule käme in Frage?

Welche Hunderasse du dir aussuchst hängt von einigen Faktoren ab zum einen was dir wichtig ist als auch wie fit und mobil du bist. Jede Rasse hat seinen eigenen Charakter und der Hund muss zu dir deinem Charakter passen. Es gibt verschiedene Rasseportraits, welche man sich anschauen kann um eine Vorstellung zu bekommen.

Ich verlinke dir unter dem Beitrag verschiedene Seiten und Broschüren wo du dich näher zu den einzelnen Rassen informieren kannst.

Auch die Auswahl der Blindenführhundschule muss gut überlegt werden. Ich fand dies sehr schwer da man ja garnicht wirklich weiss worauf es ankommt. Wirklich geholfen wurde da einem nicht, deshalb habe ich mich selbst gründlich an die Recherche begeben. Natürlich spielt auch eine Rolle wo die Schule ist, denn man wird dort öfter mal hin müssen und wenn die Führhundschule dann immer 5 Stunden Fahrtweg entfernt ist, kann das nicht immer so einfach organisiert werden. Jedoch sollte man wenn in näherer Umgebung keine „vernünftige“ Blindenführhundschule zu finden ist, einen längeren Weg in Kauf nehmen, um seinen Blindenführhund zu bekommen.

Zum einen kannst du dich bei diversen Blinden- und Sehbehindertenverbänden erkundigen. Sie können dir weitere Tipps geben und wissen mehr über die Ausbildung sowie die Qualität usw.

Ich würde dir zudem empfehlen mind. zwei Blindenführhundschulen anzuschauen um einen Vergleich zu bekommen. (Das wird auch von den meisten Kassen so verlangt)

Was ebenfalls hilfreich ist, sich mit anderen Blindenführhundhaltern auszutauschen. Dank social media geht dies mittlerweile recht einfach. Dazu muss ich aber auch sagen, dass dies nicht immer ganz einfach ist weil jeder eine andere und/oder seine eigene Meinung hat. Und da kann es passieren dass du dir z.B. 5 Meinungen über Schulen einholst und alle differenziert sind oder alle von jeweiligen Schulen abraten und nur ihre empfehlen.

Informiere dich bei zuständigen Verbänden und hole dir Infos von anderen Haltern. Dann suche dir zwei bis drei Schulen raus und informiere dich dort über das Vorgehen.

Wichtig ist dass du dich beim persönlichen Erstgespräch mit der Schule erkundigst wie der Hund ausgebildet wird. Also z.B. mit positiver Verstärkung und nicht mit „veralteten“ Methoden.

Je nach Krankenkasse ist es manchmal leider so, dass sie bereits Rahmenverträge mit manchen Schulen haben. Damit sie so bei jedem ausgebildeten Hund den sie bezahlen so kosteneffizient wie möglich sind. Darüber würde ich mich bei deiner zuständigen Krankenkasse vorher erkundigen.

Du darfst natürlich den Hund bei deiner Führhundschule deiner Wahl beantragen, jedoch musst du wenn der Hund unter Umständen teurer ist, die Differenz selber tragen.

Nach dem Beitrag findest du verschiedenen Links die dir helfen einen Wahl zu treffen.

Hast du aber noch Fragen kannst du mich gerne anschreiben oder einen Kommentar hinterlassen.

2. Wie ist der genaue Ablauf der Beantragung?

Wen du dich für eine Blindenführhundschule entschieden und mit der Schule bei den ersten Gesprächen alles wichtige geklärt hast, erhältst du einen Kostenvoranschlag der Schule. Diesen reichst du am besten direkt mit einem Antrag bei deinem zuständigen Kostenträger ein.

Ausserdem muss eine Verordnung deines Augenarztes beiliegen. Zudem kann es sein, dass du weitere Bescheinigungen benötigst. Diese würde ich an deiner Stelle direkt miteinschicken, damit du bereits einige Hindernisse abgehackt hast.

  • Bescheinigung des Hausarztes aus der hervorgeht, dass du physisch/psychisch in der Lage bist einen Blindenführhund zu führen
  • Attest dass du und in der Wohnung lebende Personen nicht allergisch auf Hundehaare seit – meist musst du und alle im Haushalt einen Allergietest machen

Kostenträger sind hier meistens die Krankenkassen, kann aber auch u.U. der Landschaftsverband oder Rentenversicherung sein.

Wenn dein Führhund nicht bewilligt wird, musst du sofort Wiederspruch gegen den Bescheid einlegen und alles entkräften was sie als Argument gegen die Bewilligung angebracht haben. Ich kann dir da nur empfehlen dir durch einen Blinden- und Sehbehdeirntenverband helfen zu lassen. Wenn du Mitglied bist, hast du die Möglichkeit Hilfe bei einem Rechtsbeistand in Anspruch zu nehmen.

Ist es endlich soweit und du erhältst die Bewilligung durch deinen Kostenträger erhälst endlich in Zukunft deinen Blindenführhund. Jetzt wird es sich endlich entscheiden wer später bei dir einziehen darf.

Am Ende der Ausbildung erhältst du eine Einarbeitungszeit die meist je nach Schule zwischen 15-28 Tage dauert. Dies schließt mit der Gespannprüfung deiner Krankenkasse ab. Wenn ihr zwei diese als Gespann besteht, seit ihr ein offizielles Gespann und könnt in Zukunft gemeinsam zusammen die Welt erobern!

Wenn du noch tiefergehende Informationen zum Thema Blindenführhund möchtest, stelle ich dir weiter unten verschiedene Links rein bei denen du viele wichtige Infos findest.

Hast du weitere Fragen kannst du mir gerne eine Email schreiben oder auch unten einen Kommentar hinterlassen.

Eure Gina

Wichtige Links zum Thema Blindenführhund:

Liste von Führhundschulen nach PLZ: https://www.dbsv.org/fuehrhundschulen.html

Verschiedene Infoblätter zum Thema Blindenführhund: https://www.dbsv.org/infoblaetter.html

Rechtsfragen zum Blindenführhund: https://www.dbsv.org/rechtsfragen-zum-blindenfuehrhund.html

Weitere Infos zu Blindenführhunden, Ausbildung usw.: http://www.deutsche-blindenfuehrhunde.info/pages/kontakt01.html

Belohnen statt Bestrafen – ein Film über die Ausbildung eines Blindenführhundes: https://www.bsvsb.org/index.php/blindenfuehrhunde.html

Mehr zum Thema:

Teile diesen Beitrag:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.