Menschen mit Behinderung sind genauso „normal“ „unnormal“ wie alle Anderen auch

Gina hält einen Finger gegen ihre Lippen um aufzuzeigen, dass sie was jetzt kommt ein Geheimnis ist. Sie trägt ein schwarzes Oberteil und einen Dutt Frisur. Man erkennt nur ihren Oberkörper auf dem Bild. Auf dem Bild stehen diverse Aussagen zu Menschen mit Behinderung
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Was ist eigentlich normal? Wer definiert normal? Normal bedeutet der Norm entsprechend, vorschriftsmäßig funktionieren. Normalität wird ja meist von der jeweiligen Gesellschaft und Kultur vorgegeben – somit heißt dies aber auch das normal sein, je nach Gesellschaft/Kultur z.T. auch etwas anders definiert werden kann.

ABER im Grunde genommen ist niemand „normal“, denn jeder Mensch ist irgendwie individuell. Entspricht jemand jedoch nicht diesem klassischen gesellschaftlichen Bild ist er eben unnormal. UND das ist in vielen Bereichen des Lebens so – nicht nur bei Menschen mit Behinderung –

ABER was ist es denn jetzt genau, was die Menschen bei der Begegnung von Menschen mit Behinderung z.T. zurückschrecken lässt, starren lässt, der Situation aus dem Weg gehen lässt, unwohl fühlen lässt, sich peinlich berührt fühlen lässt, unwissend fühlen lässt, denjenigen ignorieren lässt???

WIESO SIND MENSCHEN MIT BEHINDERUNG NICHT „NORMAL“?

Wenn man überlegt bedeutet eine Behinderung ja „NUR“ dass demjenigen vielleicht ein Körperteil fehlt, ein Körperteil nicht mehr (richtig) funktioniert, Sinne fehlen, das Gehirn anders funktioniert, das Aussehen verändert ist u.v.m. – Mehr eben nicht –

Manchmal habe ich das Gefühl das Leute meinen, man käme von einem anderen Planeten. Die Fragen die andere Menschen mit Behinderung und auch ich oft gestellt bekommen, sind z.T. zum schmunzeln aber auch erschreckend. Denn was denken manche Menschen bloß von welchem Planet „wir“ stammen? Also anscheinend nicht vom Planeten Erde 😉

Wie viele Kulturen machen Dinge eben anders. Sie essen anders, kochen anders, reden anders, kleiden sich anders, denken anders, leben einfach anders und da sind es eben andere Lebensweisen. Denn viele Kulturen kennt man nicht und somit kann man sich eben meistens nicht vorstellen wie diese Menschen leben.

Ich wünschte das mehr Menschen über ihren eigenen Tellerrand schauen. Sie würden nicht direkt davon ausgehen, dass nur weil SIE es sich eben nicht vorstellen können, das dann auch nicht geht oder nicht sein kann.

Dabei sind wir direkt wieder beim „leidigen“ Thema Inklusion. Es fängt damit an, dass das Wort Behinderung meist versucht wird zu vermeiden weil es ja durch nicht behinderte Menschen eher negativ assoziiert wird.

Aber ein für mich sehr wichtiger Aspekt ist Folgender: Wenn (kleine) Kinder Menschen mit Behinderung sehen und sie anstarren. Viele Eltern / Erwachsene sind sofort peinlich berührt, es ist ihnen unangenehm, sie wissen nicht wie sie reagieren sollen etc. Somit wird das Kind meistens direkt ermahnt und gesagt dass es weggucken und nicht starren soll – und fertig -Keine weitere Erklärung! Was lernt das Kind daraus? Derjenige ist nicht normal und besser man schaut da dann eben nicht hin und ignoriert denjenigen oder die Situation. Oder es wird ganz kryptisch versucht zu erklären was mit demjenigen eben „nicht stimmt“.

Wie sollen (kleine) Kinder lernen, dass andere Kinder/Erwachsene mit Behinderung nicht unnormal sind – wenn ihnen die Erwachsenen dies aber durch ihr Verhalten oder die Aussagen vormachen?

Würden Kinder von klein an mit Kindern mit Behinderung, auf dem Spielplatz, und im Kindergarten spielen, mit ihnen lernen, ihnen spielerisch Behinderung erklärt werden, würden sich so einige Vorstellungen/Vorurteile auflösen.

Die meisten Kinder sind wenn sie noch ganz klein sind, offen und tolerant und kennen zunächst nichts böses. Die Intoleranz und das Mobbing etc. kommt meist erst durch das vorgelebte gesellschaftliche Bild.

Leider besteht immer noch bei vielen Eltern Gedanken und diverse Vorurteile. Wie z.B. das ihr Kind dadurch intellektuell, sozial etc., benachteiligt oder ihre Entwicklung eingeschränkt bzw. verlangsamt wird.

Das Lernen von Toleranz, Offenheit, Akzeptanz, Empathie, Sozialkompetenz, Lernen das Menschen eben verschieden sind, das jeder Mensch egal wie er aussieht oder was für körperliche/geistige Merkmale er hat ein toller liebenswerter ganz normaler Mensch ist – ist sicherlich kein Zeichen für eine negative Entwicklung. Im Gegenteil wird dies die meisten Kinder bereichern und offener der Welt und den Menschen gegenüber machen und das Kind wachsen und stärker werden lassen.

Also liebe Eltern – ihr könnt so viel dazu beitragen, dass eure Kinder Akzeptanz, Toleranz, Individualität und Offenheit lernen und Menschen mit Behinderung nicht als unnormal wahrnehmen. Wenn ihr euch unsicher seit, wie ihr genau eurem Kind verschiedenen Behinderungen kindgerecht erklären könnt informiert euch einfach. Es ist nicht schlimm unsicher zu seinAber das Ignorieren aus Unwissenheit ist schlimm!

(Auf meinem Blog wird es Ende diesen Jahres noch einen separaten Ratgeber zum Thema „wie erkläre ich Kindern am besten Behinderung und wie bringe ich ihm das „richtige“ Verhalten bei“)

Jedoch sind hier nicht nur Eltern/Erwachsene gefragt, denn der Umgang mit Behinderung oder Menschen mit Behinderung kann ebenso in Kindergarten und Schule erlernt und so einfach zu „Normalität“ werden.

Würden Kinder bereits im Kindergarten/Schule damit aufwachsen, würden sich so viele Dinge von alleine regeln, aber darauf einzugehen würde diesen Beitrag sprengen 😉

Einige Vorstellungen/Vorurteile im Zusammenhang mit Menschen mit Behinderung, die bei immer noch sehr vielen Menschen so in den Köpfen sind:

  • Ein Mensch mit Behinderung macht trotz seiner Behinderung was aus seinem Leben
  • Menschen mit Behinderung haben bzw. können nicht arbeiten
  • Menschen mit Behinderung sitzen nur zu Hause rum
  • Menschen mit Behinderung haben kein Sexleben
  • Menschen mit Behinderung haben immer Partner die auch eine Behinderung haben
  • Menschen mit Behinderung können/sollten keine Kinder kriegen
  • Menschen mit Behinderung sind traurig und unglücklich
  • Ein Leben mit Behinderung ist nicht lebenswert
  • Menschen mit Behinderung können automatisch weniger wie ein nicht behinderter Mensch
  • Menschen mit Behinderung haben keine Arbeit, Hobbys und/oder Freunde
  • Menschen mit Behinderung sind automatisch dumm/dümmer

Nur weil man sich selbst vieles nicht vorstellen kann, kann das ein in ihren Augen behinderte Mensch aufgrund seiner „Defizite“ erst recht nicht.

Gerade in der heutigen Zeit gibt es so viele vor allem technische Möglichkeiten, um vieles ausgleichen zu können. Sein Leben in vielen Bereichen eben so gestalten zu können, wie man es möchte.

Ich bin sehr froh, dass durch social media immer mehr die Möglichkeit besteht, viele Menschen erreichen und somit aufklären zu können. Damit sich das Bild und die hartnäckigen (falschen) Vorstellungen über Menschen mit Behinderung mehr und mehr abbauen lässt.

Geht einem Mensch mit Behinderung nicht einfach aus dem Weg – auch wenn ihr unsicher seit.

Überlegt erst einmal ob eure Vorstellungen überhaupt zutreffen oder es eher Vorurteile sind und ihr Diese vielleicht überdenken solltet. Lernt über euren Tellerrand hinauszublicken und zu akzeptieren, dass nur weil IHR euch dieses oder jenes nicht vorstellen könnt, es nicht automatisch heisst das es nicht machbar ist.

Die meisten Menschen mit Behinderung beantworten gerne eure Fragen oder erklären wie das ein oder andere bei ihnen funktioniert. Immer mehr Menschen trauen sich mittlerweile eben auch in social media um aufzuklären und zu zeigen:

WIR SIND AUCH GANZ „NORMAL“„UNNORMAL“ UND MÖCHTEN GESEHEN WERDEN UND GEHÖREN GENAUSO ZU DIESER GESELLSCHAFT

!!!! Folgt ihnen, teilt ihre Beiträge, helft ihnen immer mehr Menschen aufzuklären und zu erreichen, um eben solche hartnäckige Vorurteile abzubauen !!!

Eure Gina

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