Neue Pauschbeträge für Menschen mit Behinderung ab 2021

Auf dem Bild sieht man diverses Kleingeld was auf einer Holzfläsche ausgebreitet ist. Darf liegen mehrere Würfel die das Wort Steuern ergeben
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Menschen mit Behinderung benötigen in ihrem Alltag meist verschiedene Hilfen, wodurch oft hohe Kosten entstehen können. Diese kann man dann unter der Berücksichtigung der zumutbaren Eigenbelastung steuerlich geltend machen. Anstelle von Einzelnachweisen ist es aber auch möglich den Pauschbetrag zu nutzen.

In meinem Beitrag „welche Leistungen stehen Menschen mit Behinderung zu“, werden einige Leistungen wie z.B. Steuererleichterungen thematisiert. Den Link dazu findest du direkt nach diesem Beitrag.

Nun gibt es ab 2021 wesentlich höhere Pauschalbeträge, die Menschen mit Behinderung bei der Steuer anrechnen lassen können.

Die Pauschalbeträge wurden das erste Mal seit 1975 nun erhöht. Diese kann man entweder bei der monatlich Entgeltabrechnung als Freibetrag anteilig anrechnen lassen oder eben am Jahresende bei der Einkommensteuererklärung angeben.

Von der Bundesregierung wurde ein ganzes Paket an Steuererleichterungen für Menschen mit Behinderung beschlossen.
  • Ab dem 01. Januar 2021 haben sich die Pauschalbeträge verdoppelt
  • Zudem wurde der GdB an das Sozialrecht angepasst
  • Somit gibt es nun bereits einen Pauschbetrag ab dem GdB von 20 (384 €)
  • Bisherige zusätzliche Nachweise bei einem GdB von unter 50 müssen nicht mehr erbracht werden
  • Menschen mit Behinderung welche zusätzlich als hilflos gelten und somit regelmäßig auf Hilfe angewiesen sind um ihre Existenz und ihren Alltag zu sichern/Meistern können ab 2021 einen extra hohen Pauschbetrag 7400 € beantragen (auch Blinde/Taubblinde)
  • Das Finanzamt gewährt diesen hohen Betrag nicht zusätzlich zu einem anderen Behinderten-Pauschbetrag
  • Behindertenbedingte Fahrtkosten wurde auch eine Pauschbetragsregelung eingeführt
  • Bisherige Einzelnachweise dieser Fahrten müssen nicht mehr erbracht werden
  • 900 € Pauschale erhalten nun Steuerpflichtige ab einem Gdb von 70 mit dem Merkzeichen G
  • Wenn ein Merkzeichen aG, BI, TBI, oder H vorhanden ist und die Fahrten im Zusammenhang mit der Behinderung stehen kann dies mit einer Pauschale von 4500 € abgesetzt werden (jedoch dann keine weitere Fahrtkosten)

Neue Pauschbeträge ab 2021 für Menschen mit Behinderung

Grad der Behinderung (GdB)Pauschbetrag in Euro
20384 €
30620 €
40860 €
501140 €
601440 e
701780 €
802120 €
902460 €
1002840 €
Merkzeichen H, BI, TBI,
Pflegegrad 4 oder 5
7400 €

Wie erhält man die neuen Pauschbeträge?

Die Beeinträchtigung/Behinderung muss grundsätzlich nachgewiesen werden durch eine zuständige Behörde oder eben dem Schwerbehindertenausweis. Die Pauschbeträge sind immer Jahresbeiträge. Auch wenn die Behinderung nicht das ganze Jahr vorgelegen hat, erhält man trotz dessen den gesamten Pauschbetrag. Wenn sich der GdB verändert, bekommt man sogar den Pauschbetrag für den höchsten GdB der festgestellt wurde.

Möchtest du aber jetzt bereits monatlich von der Erhöhung der Neunen Pauschbeträge profitieren und nicht erst nächstes Jahr wenn du deinen Steuererklärung für 2021 abgibst? Dafür gibt es einen „Antrag auf Lohnsteuerermäßigung “ – hier lässt sich die Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) ändern.

So wird der Pauschbetrag bei deiner monatlichen Entgeltabrechnung anteilig als Freibetrag berücksichtigt. Den Antrag stellst du bei deinem Wohnsitzfinanzamt. Falls du diesen Antrag vorher bereits hattest, musst du keinen neuen Antrag aufgrund der Erhöhung stellen. Die Finanzverwaltung arbeiten die neunen Beträge schnellstmöglich bei den ELStAM ein.

!!! Für die Steuererklärung 2020 gelten noch die bisherigen Pauschalbeträge für Menschen mit Behinderung !!!

Eure Gina

Quellen: https://www.steuerring.de/steuererklaerung-hilfe-news/news/neue-behinderten-pauschbetraege-ab-2021.html

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