Psychische Erkrankungen werden immer noch von vielen unterschätzt

Zwei bunte Masken - eine macht eine lachenden eine eine trauriges Gesicht. In den Masken sind Wörter mit Emotionen geschrieben
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Heute wird man immer noch oft komisch angeschaut wenn man sagt, dass man eine psychische Erkrankung hat wie z.B. Depressionen, Angststörung und/oder das man eine Psychotherapie macht.

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Es wird einem vordergründig zwar hoch angerechnet, dass man sich Hilfe sucht. Trotz dessen hört man meistens „Ich finde das gut, dass du das machst aber ich könnte mir das nicht vorstellen“. Oder „Ich brauche doch keine Psychotherapie, ich bin schließlich nicht gestört.“

Aber was heißt denn eigentlich gestört? Nicht normal sein? Die Wortbedeutung lautet z.B. aus dem Gleichgewicht sein, oder in einer zwischenmenschlichen Beziehung beeinträchtigt sein.

Etwas in dem Leben einer Person ist gestört oder nicht (mehr) im Gleichgewicht. Oder auch das emotionale erleben einer Person ist nicht mehr im Gleichgewicht oder beeinträchtigt.

Psychische Erkrankung ist nicht immer direkt gleichzusetzen mit „verrückt sein“. Manche Menschen brauchen manchmal Hilfe da sie gewisse Schwierigkeiten nicht mehr allein bewältigen können. Schließlich geht man auch zum Arzt wenn man z.B. seine (körperlichen) Schmerzen, Gesundheit nicht mehr selbstständig in den Griff bekommt. Eine psychische Erkrankung ist im Prinzip nichts anderes als eine andere Erkrankung.

Die Spannbreite von psychische Erkrankungen sind so weit gefasst wie es auch bei anderen Krankheiten der Fall ist. Vielen ist leider noch nicht bewusst, dass man die Psyche und den Körper nicht trennen kann. Das eine beeinflusst jeweils das andere. Somit kann sich beispielsweise jahrelanger (psychischer) Stress auch in körperlichen Symptomen manifestieren. Das Verständnis und die Akzeptanz für psychische Erkrankungen müssen gefördert werden.

DENN IN DEUTSCHLAND FIEL IM JAHR 2018 JEDER 18. ARBEITNEHMER AUFGRUND EINER PSYCHISCHEN ERKRANKUNGEN AUS.

Somit waren laut DAK insgesamt 2,2 Millionen Menschen betroffen. Fast jeder 3. deutsche Erwachsene leidet im Zeitraum eines Jahres unter einer psychischen Erkrankung.

Trotz dessen dass immer mehr über das Thema, psychische Erkrankung aufgeklärt wird, leiden heute noch Menschen unter den Folgen von Stigmatisierung. Die Nagst vor Ausgrenzung und Zurückweisung belastet und kann negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen.

Auch wenn sich das öffentliche Bild wandelt, haben Betroffenen weiterhin mit Vorurteilen und Bagatellisierung zu tun. Psychische Erkrankungen wandelten sich mit den Jahren zu Volkskrankheiten.

Statistisch gehen stehen Fehltage im beruflichen Kontext aufgrund psyschie Erkrankungen an zweiter Stelle. Zudem nehmen sie als Begründung für Frühberentungen mittlerweile den ersten Rang ein.

Dominanz der Fehltage von neurotischen und affektiven Störungen (Stand 2018; Quelle: Psychoreport 2019 (DAK-Gesundheit, IGES) Entwicklung der psychischen Erkrankungen im Job Langzeitanalyse 1997-2018).

Kreisdiagram zeigt: Langzeitanalyse Entwicklung psychische Erkrankungen im Job. 

47,2 % = F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatforme Störungen
  41,4 % = F30-F39 Affektive Störungen
    4,8 % = F10-F19 Psychische- und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
    4,4 % = Sonstige Psychische- und Verhaltensstörungen
    2,1 % = F20-F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
Kreisdiagram zeigt: Langzeitanalyse Entwicklung psychische Erkrankungen im Job

Insbesondere kommt dem Thema Arbeit und physischer Erkennung ein hoher Stellenwert zu. Da vor allem Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen oft große Schwierigkeiten haben, eine Einstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden.

Wissenschaftlich wurde belegt, dass eine regelmäßige Berufstätigkeit und somit eine strukturierter Tag positive Effektive auf den Krankheitsverlauf haben. Da sie nicht nur einen gewisse Zugehörigkeit ermöglicht, sondern auch sich seinen Lebensunterhalt verdienen zu können.

Der DGPPN stellte auf dem Weltkongress der Psychiatrie eine Neuauflage des 2016 lancierten Teilhabekompasse vor. Welcher eine berufliche Integration direkt zu Beginn einer Behandlung unterstützt. Die aktuelle Version berücksichtig die Einführung des Bundesteilhaebgesetz.

NEBEN DEM PERSÖNLICHEN LEID DER BETROFFENEN UND IHRER ANGEHÖRIGEN, ENTSTEHEN AUCH DIREKTE UND INDIREKTE WIRTSCHAFTLICHE KOSTEN.

Psychische Erkrankungen und deren Prävention, frühzeitige Diagnose, eine bedarfsgerechte Behandlung sowie Rehabilitation stellen eine Aufgabe der Gesellschaft dar. In der internationalen Gesundheitspolitik nimmt der Stellenwert der psychischen Erkrankung stetig zu.

Es sollen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Bedürfnisse gerecht werden zu können. Ihnen muss eine gute psychatrisch-psychotherapeutisch Versorgung ermöglicht werden. Dadurch wird die Autonomie als auch die Selbstbestimmung gestärkt.

Im Koalitionsvertrag wurde mit aufgenommen, Betroffenen eine zeitnahe Kurzzeittherapie anbieten zu können. Zudem wäre es sinnvoll bei Frühwarnzeichen Hilfesuchenden eine individuell angepasstes Präventionsangebot zu empfehlen. Um so Krankheiten vorbeugen zu können. Jedoch kritisiert der DGPPN- Präsident dass dies bisher nicht von den Krankenkassen finanziert wird.

Es besteht die Herausforderung Medikalisierung aber auch Bagatellisierung von Beschwerden zu vermeiden. So dass trotz wesentlicher Belastungen Angebote erst sehr spät oder auch gar nicht in Anspruch genommen werden

Ich freue nicht über Kommentare oder deine eigene Erfahrungen

Eure Gina

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Genutze Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie,
Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V.://www.dgppn.de

https://www.dgppn.de/_Resources/Persistent/5a2a9800a041f31dff337956441b7bd5d515540f/2017-10-10_WCP_Pressemappe_Weltkongress_Gesellschaft.pdf

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/news-archiv/meldungen/article/das-stigma-psychischer-erkrankungen-in-der-gesellschaft/

https://www.dak.de/dak/bundesthemen/dak-psychoreport-2019-dreimal-mehr-fehltage-als-1997-2125486.html#/

https://www.aerzteblatt.de/archiv/151735/Psychische-Erkrankungen-Besonders-hohe-Krankheitslast

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