Stress – Beeinträchtigung – Behinderung – (chronische) Erkrankung – Stressfaktoren?

Zu sehen ist eine Frau die sich mit blinde Händen seitlich an den Kopf fast. Zwei weitere Hände halten ihr Gesicht zu.
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Sehr viele Menschen leiden unter Stress, Stress bei der Arbeit, einkaufen, Stress mit den Kindern und/oder mit dem Partner, den Eltern sogar auch in der Freizeit.

Unsere heutzutage hektisch gewordene Welt, sind Erschöpfungssyndrome mittlerweile eine Volkserkrankung. Die Menschen setzen sich durch die Anforderungen des modernen digitalisierten Lebens oft unter Druck.

Ein Leben mit Erkrankungen oder Behinderungen ist oft mit zusätzlichen Stressfaktoren verbunden. Dadurch entstehen zum Beispiel viele weitere belastenden Stressfaktoren wie Arztbesuche, Operationen, Krankenhausaufenthalten, Schmerzen, Therapien , Ängsten etc. Diese Herausforderungen können zu sozialen, familiären Konflikten oder Überforderung kommen. Die alltäglichen „Herausforderungen“ kann zu.B. zu Selbstzweifeln, Versagensangst, Frust und somit zu Stress führen.

Aufgrund der Beeinträchtigungen müssen meistens mehr Stresssituationen gemeistert werden. Durch Perfektionismus, Angst um Hilfe zu bitten, Leiden und Hadern mit Erkrankung/Behinderung kann den Stress weiter nähren.

Was ist Stress eigentlich?

Stress ist eine natürliche evulotionäre Reaktion des Organismus auf Herausforderungen/Aufgaben.

Früher war es absolut überlebenswichtig das bei Gefahr sich aktiv auf Kampf oder Flucht vorbereitet. Der Blutdruck und der Puls steigt an, die Atmung wird schneller, die Muskeln spannen sich an und alle Sinne schärfen sich.

Das Problem bei vielen Stressigen Situationen heutzutage ist, dass unser Körper meistens nicht mehr mit Kampf oder Flucht reagieren muss wie bei Anspannung auf der Arbeit oder Familie. Somit hat der Mensch kein Ventil um diesen Druck loszuwerden.

Stress muss aber nicht ausnahmslos negativ sein oder sogar krank machen.

Es existieren zwei verschiedene Arten von Stress. „Positiver“ Stress nach der Stressforschung von Hans Selye auch Eustress genannt, aktiviert, fordert, motiviert zu hohen Leistungen und spendet Kraft. Dem gegenüber steht der „Negative“ Stress auch Disstress genannt, welcher belastet, überfordert und krank machen kann.

Wird der Stress zum Dauerzustand, so dass die positiven Effekte des Stresses ihre Wirkung verlieren, kann es problematisch werden. Betroffene fühlen sich dann ausgelaugt, gereizt und überfordert. Anhaltender Stress manifestiert sich zum chronischen Stress und wird somit zur Belastung als auch zum Gesundheitsrisiko.

Es lassen sich drei Ebenen beim Stressgeschehen unterscheiden. Zunächst treten äußere belastende Bedingungen und Situationen auf, wie z.B. zu viel Arbeit, Zeitdruck, Soziale Konflikte – diese werden als Stressoren bezeichnet.

Als persönliche Stressverstärker sind die individuellen Motive,Einstellungen und Bewertungen, mit denen das Individuum an die belastende Situation herangeht, gekennzeichnet. Beispiele für solche Stressverstärker sind Ungeduld, Perfektionismus, Selbstüberforderung, oder Kontrollstreben. Diese persönlichen Stressverstärker sind häufig mitentscheidend dafür, ob und wie sehr Stressreaktionen auftreten. Auf der letzten Ebene stehen die körperlichen und psychischen Antworten des Organismus auf diese Belastungen, welche Stressreaktionen genannt werden.

Genutze Quelle: (vgl. Kaluza, 2018). 

Wie reagieren wir auf den Stress?

Auf eine stressige Situation muss theoretisch eine Entspannungsphase folgen. Da es bei uns oft nicht zur Abreaktion somit zu einer Erholungsphase kommt, kann dies dauerhaft zu einer chronischen Stressbelastung führen. Der Körper steht somit oft unter Daueralarm und dies kann unserem Körper und auch Psyche dauerhaft stark schädigen.

Zudem kann dies zu erheblichem Folgen führen, Reizbarkeit, depressive Verstimmung Hoffnungslosigkeit, Ohnmacht Angst und Erschöpfung und sozialer Rückzug führen. Außerdem können körperliche Symptome u.a. Kreislaufbeschwerden, Magen-Darm- Probleme, HWS Syndrom, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne Schlafstörungen, Bluthochdruck, Hörsturz entstehen.

Bei chronischem Verlauf führt dies dann zu einem Burnout und/oder schlimmen physischen Problemen.

Wie kann ich den Stress vorbeugen oder bewältigen?

Um den Stress zu bewältigen versuchen es viele Menschen mit Ersatzhandlungen wie hastiges und zu viel Essen, den Stress an anderen Menschen auslassen, oder durch betäuben mit Alkohol, Schmerzmitteln, Drogen.

Natürlich können viele Aufgaben/Herausforderungen nicht vermieden werden. Jedoch gibt es einige kleine Veränderungen womit man den Stress reduzieren und somit richtig bewältigt.

Da ich Stressmanagementtrainerin bin und mich aufgrund dessen als auch meiner eigenen Situation habe ich mich sehr viel mit dem Thema Stress beschäftigt. Und in der Vergangenheit Kurse zum Thema Stressbewältigung gegeben.

Sein Lebensstil zu verändern ist nicht immer leicht. Das weiss ich aus eigener Erfahrung. Den eigene Muster zu durchbrechen ist eine schwierige Aufgabe.

Seitdem ich mit meiner Hündin täglich an der frischen Luft spazieren gehe, merke ich wie mir das körperlich aber vor allem psychisch gut tut. Spazieren gehen hört sich oft langweilig an, kann einem wirklich innere/äußere Ruhe bringen.

Zu den Veränderungen gehören z.B.:
Bewegung im freien and an der frischen Luft

Versuche so oft wie möglich Zeit an der frischen Luft zu verbringen. Auch wenn du eigentlich keine Lust dazu hast, ist es wichtig. Du kannst dies bspw. zu einem Ritual machen dass du jeden Samstag mind. ein bis zwei Stunden alleine oder mit Freunden spazieren gehst.

Sport ohne Leistungsdruck

Du machst gerne Sport? Dann halte das bei aber ohne dich unter Druck zu setzten um den Sport noch irgendwie in deinen Tag oder deine Woche zu „quetschen“. Dann mache liebe weniger aber qualitativen Sport.

Erfüllende Freizeitaktivitäten ohne Druck

Du triffst dich gerne mit Freunden, liest Bücher, treibst Sport, musizierst, kochst . Alles was du in deiner Freizeit unternimmst solltest versuchen ohne Druck zu machen. Du schaffst diese Woche nicht was du wolltest dann im es dir danach die Woche vor. Merkst du jedoch dass genau diese Aktivität dir sehr gut tut und du brauchst, dann stell etwas anderes zurück was dich stresst. Was dir wirklich gut tut, muss mehr Priorität haben.

Gesunde, ausgewogene Ernährung

Auch wenn dies einen langen Bart hat. Eine regelmäßige und gesunde Ernährung ist sehr wichtig. Versuche gesünder zu essen, aber vor allem dir Zeit für deine Mahlzeiten zu nehmen. Schling das Essen nicht, sonder versuche es zu geniessen als eine Auszeit.

Entwickle Achtsamkeit

Fange an mehr auf deinen Körper und deinen Geist zu schauen. Sei achtsamer auf deine Lebensweise und den Umgang mit dir selber und deiner Erkrankung/Behinderung. Was tut dir und deinem Körper gut und was belastet dich extrem. Versuche dich und dein Verhalten zu reflektieren.

Akzeptiere deine Erkrankung und/oder Behinderung * Für uns ganz wichtig *

Das ist oft einfacher gesagt, als getan. Der tägliche Umgang mit Beeinträchtigung ist nicht immer einfach. Schmerzen, Einschränkungen und Termine sind große Stressfaktoren.

Indem du deine Erkrankung/Behinderung mit allen Schwächen akzeptierst, hilft das deinem Körper und auch deiner Psyche. Dies ist ein Teil deines Lebens, was entweder eine Zeit lang oder immer zu deinem Leben gehört.

Wenn du dich für deine Beeinträchtigung, Erkrankung schämst, die verleugnest, zornig oder ängstlich und verzweifelt bist, verlierst du Lebensfreude und auch Energie.

Schäme dich nicht für deine Erkennung, Behinderung oder Beeinträchtigungen die damit einhergehen. Du bist ein wertvoller und toller Mensch der es verdient hat, glücklich zu sein. Jeder Mensch ist anders und es gibt nicht das „richtige“ oder „perfekte“. Auch wenn uns das die Gesellschaft leider sehr oft so vermittelt.

Du kannst deine Erkrankung, Behinderung nicht ändern, sonder versuche sie so gut es dir möglich ist zu meistern. Den so wirst du wachsen und und selbstbewusster dein Leben leben.

Erholung durch Entspannung

Manche Menschen könne sich sehr schlecht entspannen. Ich gehöre leider auch zu dir Kategorie. Durch Entspannungsübungen wurde es für mich leichter abzuschalten. Nicht jede Entspannungsübung ist für jeden geeignet. Der eine mag Yoga, der andere findet Phantasiereisen, Autogenes Training hilfreich und wieder andere haben noch nie Entspannungsübungen für sich entdecken können. Es gibt diverse Methoden.

Bei mir half z.B. die Progressive Muskelrelaxation (PMR) nach Jacobson. Mir viel es immer schwer bei Autogenem Training nur ruhig liegen zu bleiben. Diese Techniken werden oft als Präsenzkurse aber mittlerweile auch viel als Onlinekurse angeboten. Da viele Menschen sich nicht immer die Zeit nehmen können z.B. wg. den Kindern, einmal/mehrmals die Woche zu einem Kurs zu gehen. In diesen Kursen (egal ob PMR, Autogenes Training etc. ) lernst du die Technik kennen und diese eigenständig anzuwenden zu können. So dass du später in der Lage bist diese regelmäßig oder in stressigen Situationen selber anzuwenden.

Verändere deine Stressverstärker/Denkmuster

Als Stressverstärker und Denkmuster gelten z.B.

  • Die Wahrnehmung einer „negativen“ Situation
  • Verallgemeinerungen (einzelne Erfahrungen werden auf das ganze Leben bezogen )
  • Negatives Denken
  • Personalisieren (du beziehst eine Situation direkt auf dich selbst)
  • Katastrophieren ( alles ist direkt total schlimm und furchtbar)
  • Eigener perfektionistische Ansprüche
  • Grenzen akzeptieren
  • Selbstüberforderung
  • extreme Eitelkeit
  • Nicht Nein sagen können

Diese Denkmuster und Stressverstärker zu durchbrechen ist nicht immer leicht und bedarf einer Konsequenz. Hinterfragen sie sich und überlegen was ihnen gut tut und was sie besser ändern oder aus ihrem Leben verbannen sollten.

Die Behinderung/Erkrankung kontrolliert nicht alles im Leben. Du kannst viel dafür tun, um dein Leben selbst zu gestalten.

ich freue mich über Kommentare, Fragen oder eigene Erfahrung.

Eure Gina

*** Ab 2022 werde ich Online-Kurse für Stressmanagementtraining & Progressive Muskelentspannung nach Jacobson anbieten. Falls du im Vorhinein Fragen hasst kannst du mich gerne kontaktieren. ***

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